Hier noch ein ähnlicher Aufsatz von Otto Lienau ; auch Peter von Danzig betreffend . Die PDF kann ich hier nicht einstellen . Interessenten mögen sie bitte von der angegebenen Webseite downloaden .
Ich habe mich mal bemüht eine bessere Darstellung der Miniatur von Abb. 2 aus dem oben verlinkten Buch über das Gallica-Portal der französischen Nationalbibliothek zu finden. Leider erfolglos! Wenn hier jemand ein besseres Händchen bei der Suche in den unendlichen Tiefe des Netzes hat und uns dabei gerne helfen möchte, wäre das sehr dankenswert. Gruß bela
nach einigem Hin und Her habe ich auf Facebook unter dem etwas reißerischen Titel "D-Day, 15. Century Style" die Miniatur gefunden. Der Benutzer "Medieval Advisor" (Pavel Alekseychik) hat am 31. Januar 2026 neben der originalen Doppelseite auch einige Ausschnitte mit den Schiffen in mehr oder weniger guter Auflösung abgebildet.
Als Künstler wird in den Kommentaren Barthélemy van Eyck genannt, der für René d'Anjou mindestens zwei Bücher illustriert hat: Das "Livre des Tournois" und das "Livre du coeur d'amours éspris". Aus welchem der beiden Bücher die Miniatur stammt, konnte ich nicht feststellen.
Zum 'Livre du cuer d'amours épris' gibt es verschiedene Versionen: Die Pariser Version habe ich heute schon durchgeackert, Fehlanzeige. Es ist wohl die/eine Wiener Version, für die van Eyck gearbeitet hat, ich kam aber bisher nicht ran! 'Livre des Tournois' werde ich noch durchsehen/runterladen.
Hallo Jürgen ; Vielen lieben Dank für die Recherche/Suche und das Einstellen hier . Die Abbildungen sind absolut aufschlussreich . Beim Schiff ganz links erkennt man ganz deutlich einen Laufsteg entlang der Bordwand ; also kein vollständiges Deck . Das erhärtet auch dieses Detail bei der Rekonstruktion von O.Lienau des Peter von Danzig . Klasse !
Hallo @emily.ndh, solche Laufstege hinter den Pavesen habe ich auch in meinen Überlegungen. Aber, ich fange nochmal von unten her an die Decks zu planen. Die Ladepforte gibt in etwa, mit einem gewissen Spielraum die Lage des Unter- und des Oberdecks in der hinteren Rumpfhälfte vor. Klüse und Betingsbalken werden sicher auch von der Höhe des vorderen Decksbereiches abhängig sein. Wenn mir auch nicht wirklich klar ist, wie die Ankerkabel mit dem durchgehenden Betingsbalken gehandhabt wurden, gehe ich mal davon aus, dass dieser eher nicht in Überkopfhöhe lag, ebenso die Klüse würde ich meinen. Der Decksverlauf könnte dem Sprung der Barkhölzer gefolgt sein. Das ergibt jedoch ein ziemlich steilen Anstieg unter der Back. Die hohe Lage der Back würde jedoch erlauben das Oberdeck in diesem Bereich in einer Stufe höherzulegen. Dieser Umlauf in der Kuhl der hinter dem Vorkastell den oft als "Triumphbogen" bezeichneten Bogen bildet. Endet er einfach beim großen Mast, oder schließt er sich auch vor dem Achterkastell zum "Triumphbogen", wie beim Schüsselfelder (und unten einmal eingezeichnet)?
Wenn wir uns hier auf eine Version geeinigt haben, schauen wir als nächstes auf die weiter möglichen Decks im Achterschiff.
Hallo Bela . Diese Laufstege sind auch auf historischen Abbildungen zu sehen . Was aber schwerer nachzuweisen ist - der achterliche Abschluss des Triumphbogens mit anschließender breiter Reling . Die historischen Bilder zeigen fast ausschließlich immer nur den Blick in den vorderen inneren Bugbereich . Ich habe aber eine Abbildung gefunden , wo der achterliche Abschluss der Reling auch in eine Art Triumphbogen mündet . Wie beim Schlüsselfelder Modell . Somit wäre dies auch nachgewiesen . Es gab also zumindest zwei Möglichkeiten der Ausgestaltung . Als Bogen oder Reling hochgezogen bis zum nächsthöheren Deck . Den steilen Anstieg unter der Back muss es wohl wirklich gegeben haben . Der Zustieg zur Back erfolgte durch eine Öffnung derselbigen mit Leiter . Das ist auch auf Abbildungen zu sehen . Die Stufe im Achterdeck zu den Toiletten halte ich für legitim und das würde ich so lassen . Solche stufen im Achterdeck findet man auch bei der Mary Rose . Fazit : Dein jetziger Entwurf ist nochmal eine Qualitätsstufe besser und kommt unserem Ziel immer näher . Den achterlichen Bogen als Abschluss der Reling würde ich so bestehen lassen , da nachweisbar . Außerdem ist es ein interessantes Detail . Bei meinen Modellen ( siehe Bilder ) habe ich die Reling hochgezogen . Zwischen Großluke und Betingsbalken würde ich links und rechts jeweils eine kleine Luke für das Ankerkabel platzieren . Das Deck auf der Hütte würde ich quer beplanken und das Deck des Vorkastells in Fischgrät-Muster . Wie soll man auf das Achterdeck gelangen ? Da würde ich eine Luke mit Leiter hinter dem Besanmast vorsehen . Ebenso zum nächsthöheren Deck . Von dort aus kommt man dann auch zu den Laufstegen . Ich habe einige Bilder angehängt zum von mir Besprochenen . Das Buch von Mondfeld kann ich nur wärmstens empfehlen .
Quelle der Bilder ( außer den drei Bildern meiner Modelle ) : W. zu Mondfeld - Die Schiffe des Christoforo Colombo 1492
Grüße von Thomas
emily.ndh
hat folgende Bilder an diesen Beitrag angehängt
Danke Thomas, dann lassen wir den hinteren Triumphbogen. Ich werde das unterste Deck erstmal nicht weiter ausarbeiten, da bei einem Modell kaum Einblicke möglich sein werden, außer durch die Ladeluke. Deine Hinweise zur Ausgestaltung der weiteren Decks sind gut und nützlich, danke dafür. Tatsächlich konnte ich in den mir zugänglichen Unterlagen zur Mary Rose nur ein kleine Stufe im Oberdeck am Ende der Kuhl unter das Achterdeck ausmachen. Da sich jedoch Toilettenhäuser, Zugang zur Heckgalerie und Geschütze unter dem Kastell nicht wirklich vereinbaren lassen, ist eine Stufe zumindest eine umsetzbare Möglichkeit.
Hier auch noch mal das Modell der Karracke aus dem Science Museum . Ich hatte schon mal ein Bild hier eingestellt ; jedoch nicht alle Bilder zu diesem Modell .
Grüße von Thomas
emily.ndh
hat folgende Bilder an diesen Beitrag angehängt