Hallo, @Gebbi , ich bin kein bisschen verstört. Im Gegenteil: ich fühle mich sehr wohl mit den Beiträgen hier in deinem Bericht. Ich war nur vorlaut. Das passiert mir immer mal. Eine Frage habe ich aber als interessierter RC-Modellbauer. Wenn ich das in den Berichten richtig verfolgt habe, verbaust du zwei Servos. Eins für Ruder, eins für Segel. Was genau wird am Segel bewegt?
Werter elektrostatischer Willi, es sind drei Servoen 1. Ruder - hat ausreichenden Rechts- und Linksausschlag, Microservo 2. Standardservo für Schratsegel. Auf dem Servo sitzt ein Hebelarm, an diesem sind mehrere Schoten befestigt. 3. Servo für Drehmast. Das Rahsegel schwenkt hin und her. Siehe Foto: Großes Zahnrad sitzt auf dem Servo, kleines Zahnrad umschließt den Mast. Getriebekasten hat oben ein Kugellager, unten endet der Mast in einem Messingstab, der von einem Messingrohr eingefasst ist. Rechte Ausführung hat zusätzlich einen beitseitigen Hebelarm zum Schwenken der Blinde.
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Gruß Jörg
Egal wie leer du im Kopf bist, es gibt Menschen, die sind Lehrer!
Und dann waren wir doch noch am Weiher. Es war nur wenig Wind, aber zum Ausprobieren reichte es. Da ist erst mal nichts zu verbessern. Den Empfänger werde ich mit Klettband oben befestigen, wenn er tief im Rumpf rumlungert, ist der Empfang oft schlecht. Das ist so bei 2,4. Später kam dann noch der Arved vorbei. Direkt aus dem Weddell Meer. (1)
Das sind meine drei Pinassen. Es waren kleine Segler von maximal 40 Tonnen Verdrängung oder 17 m Rumpflänge, die zum Handel mit den Indianern oder anderen europäischen Niederlassungen eingesetzt wurden, die die Küste erkunden und Fischfang ausführen sollten. Sie waren die Begleitschiffe der großen Auswanderergaleonen und blieben dann in der Kolonie zurück um dort die Siedler zu unterstützen. Das linke Schiff ist die 1610 gebaute Bark "Indeavour", das rechte der Bojort/ der seegängige Bojer "Little James", der 1620 als Ersatz für die lecke "Speedwell" die Plymouth Plantation unterstützte. Das gleiche Rigg führt die "Dove", die 1632 die katholische Siedlung in Maryland versorgte.
Das dritte Bild (1) zeigt die Dove mit einer andersartigen Besegelung als "square bojort" mit einem Rahsegel am Großmast. Die Bestückung mit dem Sprietsegel war für die Fahrt nordwärts entlang der Ostküste -besonders gegen die vorherrschenden Winde von Nordwest- und in beschränkten Küstengewässern günstiger als die Verwendung von Rahsegeln. Diese waren wiederum bei der gemeinsamen Ozeanüberquerung mit dem Auswandererschiff von Vorteil. Es lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen, welche Besegelung dieses Tenderschiff hatte, zumal der ausführende Stuckateur in Hook House, Wiltshire die originale "Dove" vermutlich nie gesehen hat.
Die "Little James" hatte eine Besatzung von 12 Mann. Neben den Segeln konnten diese Pinassen auch mit Riemen fortbewegt werden. Diese Möglichkeit wurde bei Flusserkundungen und in Buchten wahrgenommen.
Gruß Jörg
(1) Quelle: The Mayflower and other colonial vessels, William Baker, London 1983, S. 87. Baker vermutet, dass es sich bei dem Besansegel um ein Lateinersegel handelte.
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Es geht noch kleiner. Die "Virginia" war die erste von Engländern in Nordamerika gebaute Pinasse und das erste in Maine gefertigte Seeschiff. Sie sollte den Pelzhandel mit den Indianern ermöglichen, die Suche nach Erzen fördern und durch Fischfang die Ernährungslage der Popham Kolonie verbessern. Gebaut wurde sie 1607 durch Schiffbaumeister Digby aus London. Bild 1 zeigt vermutlich das Schiff am Rand der von John Hunt gefertigten Karte vom Fort St. George dort vor Ort an der Mündung des Kennebec Rivers. Die Bilder 2 und 2 geben die 2022 erbaute Replik wieder. In Bild 3 hat sie sogar einen Besanmast bekommen. Es waren verschiedene Besegelungsvariationen möglich: 1. Großmast mit Rahsegel und Rahtopsegel, dazu Blinde - bei Ozeanüberquerung 2. Großmast mit Sprietsegel und Rahtopsegel, dazu Vorsegel - bei Küstenfahrt 3. zusätzlich Aufstellung eines Besanmastes zur Verbesserung der Kurshaltung
Die Popham Kolonie konnte sich nicht behaupten - die Winter waren hart, der Anführer George Popham starb, die Indianer waren feindselig. Im August 1608 verließ sie gemeinsam mit dem Dreimaster "Mary and John" die Siedlung und beförderte die entmutigten Siedler nach England zurück. Im nächsten Jahr gehörte sie zu einer Versorgungsflotte für die hungernde Jamestown Kolonie. Im Schlepp einer Galeone überquerte sie den Atlantik. Sie blieb in der Kolonie und fischte 1610 in der Chesapeake Bay. Ihre Maße waren: 15 m Rumpflänge, 4,40 m Breite, Raumtiefe 2 m, 0,60 m Freibord. Besonderheit: Spiegelheck.
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Bester Thomas, Nein, es wird keine "Virginia" als Modell geben. Der Rumpf entspricht sehr stark der bereits gebauten Bark "Indeavour". Bei ihr (mittleres Bild) habe ich eigenmächtig ein achterliches Halbdeck eingezogen um den Jungs mehr Stehhöhe in der Heckkabine zu geben. Diese Fahrzeuge entsprechen den Beibooten größerer Dreidecker, verfügen aber über ein geschlossenes Deck. So bleibt die Ladung vor Wellen und Regen geschützt, das Boot kann nicht voll laufen und die Besatzung übersteht die wochenlange Fahrt über den Atlantik. Mit diesen autarken Fischer- und Expeditionsbooten segelten im 16. Jahrhundert Hunderte baskische Fischer in die Gewässer vor Neufundland und Labrador um in den nährstoffreichen Gewässern Kabeljau zu angeln. Es gibt Stimmen, die behaupten, dass diese baskischen Fischer vor Kolumbus Amerika erreichten (1), aber hierbei handelt es sich um v. Dänikens. Nur die Skandinavier waren früher da. Leif Eriksson errichtete eine Siedlung auf Neufundland - L` Anse aux Meadows. Belege dafür gibt es in der Vinlandsaga, durch archäologische Überreste und Radiokarbondatierungen (auf das Jahr 1021). Baskische Fischer betrieben auch Walfang und Walverarbeitung an der Küste von Kanada (Red Bay) Bild 3 zeigt ein vor Ort gefundenes Fangboot. Bretonische und britische Fischer gesellten sich hinzu, denn die Fischbestände waren gewaltig. Ein Fangboot unternahm max. 2 Reisen pro Jahr. Man unterschied zwischen der Trockenfischerei und der Nassfischerei. Bei der ersten Methode wurde an Land eine Station mit Stellagen errichtet. Hier wurden die ausgenommenen Fische ca. 10 Tage lang getrocknet und leicht gesalzen (2). Die Fischer angelten von kleinen Fangbooten aus und kamen in Kontakt mit Eingeborenen. Mittels Tauschwaren versuchte man ein positives Verhältnis aufzubauen und die Indigenen für den Schutz der zurückgelassenen Fangboote und der Stellagen in der Winterzeit zu motivieren. Bei der Nassfischerei angelten die Leute vom Schiff aus, kein Landgang fand statt. Die ausgenommenen Fische wurden in Fässer verpackt, zwischen den einzelnen Schichten wurde reichlich Salz eingegeben. In der Heimat wurde dieser Kabeljau aus den Fässern heraus/"grün" verkauft oder nachgetrocknet. Neben der saisonalen Fischerei betrieben die Europäer auch Pelzhandel mit den Eingeborenen. Biberpelze waren zu dieser Zeit (Klimaverschlechterung) in Europa sehr gefragt. Die Franzosen drangen über den St. Lawrence Strom ins Landesinnere vor, Jacques Cartier nahm 1535 den Handel auf, Samuel de Champlain gründete 1608 einen Handelsposten in Quebec. Die britische Hudson`s Company entstand 1670. Viele dieser frühen Unternehmungen scheitern, da die Teilnehmer oft den Winter nicht überleben und an Skorbut und anderen Mangelkrankheiten sterben. Die Einrichtung von Kolonien war daher eine sehr risikoreiche Angelegenheit. Die Siedler mussten frühzeitig im Jahr anlanden um noch die Rodung und Aussaat vornehmen zu können, das Siedungsgelände musste gut gewählt sein, die Indianer mussten friedfertig sein und die Siedlungen mussten längere Zeit von den Landvergabegesellschaften unterstützt werden. Hier will ich beispielhaft eine solche Landnahme schildern: Kommt morgen, ist da, Beitrag 53
Gruß Jörg
(1) Mark Kurlandsky, Kabeljau, eine Biographie des Fisches, der die Welt veränderte, 1997 (2) Trockenfisch -bacalhau/bacalao war früher auf der iberischen Halbinsel und in Brasilien ein Armeleuteessen. Heute wird es auch in hochpreisigen Gaststätten angeboten, so bacalhau à brás, à gomes de sá und so fort. Vor dem Verzehr muss das Salz ausgewaschen und der Fisch rehydriert/ gewässert werden.
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David Thompson gehörte zu den Siedlern in der später aufgegebenen Popham Kolonie. Nach ihrer Auflösung fischte er vor der Ostküste Nordamerikas und suchte nach einem Siedlungsort. Vom Council of New England lässt er sich Inseln vor der Piscataqua Mündung zuteilen, nördlich der Plymouth Plantation. 3 Jahre nach der Ankunft der Pilgerväter im benachbarten Plymouth erreicht er im Frühjahr 1623 auf dem Dreimaster ""Jonathan" die geschützte Bucht. Mit dabei sind seine Frau Amias, der Sohn John und 7 - 10 Schuldknechte (1). Sie bauen auf der Anhöhe einer Insel ein Steinhaus, umgeben es mit einer Palisade und schützen die Anlage mit Kanonen. David Thompson nennt die Niederlassung Pannaway Plantation. Es ist ein bewaffneter Handelsposten, ein Fischtrocknungsplatz für Kabeljau und eine Farm. Sie beinhaltet auch eine Schmiede, hier wird lokales Raseneisen und mitgeführtes Eisen (pig-iron) verarbeitet. Hinzu kommt eine Siederei zur Salzerzeugung. IMG_5197.JPG - Bild entfernt (keine Rechte)
Das Bild zeigt die "Jonathan" und im Hintergrund eine zweimastige Pinasse. Ob sie in der Niederlassung zurück blieb, ist nicht belegt. Die Siedler überwintern vor Ort, sie sind die ersten Europäer, die sich in New Hampshire (2) niedergelassen haben. Die Siedlung wird von mehreren Engländern besucht und beschrieben, sie versorgt auch die darbende Plymouth Plantation mit Trockenfisch. 1626 verlegt Thompson seine Siedlung nach Boston Harbour, hier ist der Boden weniger steinig. Ende 1627 stirbt er im Alter von 36 Jahren unter ungeklärten Umständen, er soll ertrunken sein. Seine Frau Amias heiratet ein Jahr später den Grundbesitzer Samuel Maverick. Europide Frauen sind in der neuen Welt selten und begehrt. Sie bemüht sich Pannaway Manor für den Sohn John zu sichern.
Was ich noch gelesen habe: Um 1630 werden in der Karibik mehr spanische Segler gebaut als im Mutterland, Verhältnis 1 : 5. Auf der iberischen Halbinsel sind die Wälder gerodet, die Landschaft wird zu Weideland, Erosion setzt ein. Holz, dazu sehr resistentes Material, ist in der neuen Welt im Überfluss vorhanden, nur die eisernen Belege fehlen und müssen importiert werden . Es wird angeregt, Alttonnage nach Übersee zu segeln und dort abzuwracken. So kann man die Eisenteile wiederverwerten. Um 1780 vollzieht sich die gleiche Entwicklung in Großbritannien. Heimisches Schiffbauholz ist kaum mehr vorhanden, Holz wird aus Skandinavien importiert und Schiffe in Nordamerika aufgekauft. 50 Jahre später geht man zum Kompositbau (Eisenrumpf, hölzerne Beplankung) über.
Gruß Jörg
(1) Diese Kontraktarbeiter haben sich die Überfahrt bezahlen lassen und müssen die Schulden jetzt abarbeiten. Eine Flucht ist nicht sinnvoll. Sie würden in der Wildnis umkommen, würden den Indianern in die Hände fallen, würden von den wenigen Europäern erkannt und zurückgebracht werden. (2) hat die Größe von Meck Pom
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Einen Bezug zum Beitrag 52 haben die obenstehenden Bilder: 1. Die baskische Walölgaleone "San Juan" segelte 1565 zur Red Bay. 2. Die britische Ketsch "Nonsuch" erkundete 1669 die Hudson´s Bay 3. Der Gloucester Schoner "Fairmaid" ging um 1900 auf Kabeljaufang. Gefischt wurde mit den mitgeführten Dories. Gruß Jörg
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Fahrbilder sind einfach die schönsten Fotos eines Schiffsmodells.
Gruß Kay
Wir sollten wieder lernen, aus der Freizeit Muße zu machen. (Otto Flake, Schriftsteller)
In der Werft: Marina - span. Fischerboot, RC In der PLanung: Seeadler, Belem, Padua, RC-Krabbenkutter,RC - franz. Seenotretter etc.......... In der Flotte: HMS Snake, Cruiser Class 1797, Vanadis, chin. Dschunke, S100 (deutsch. S-Boot), Poseidon (peruan. Schlepper), Faimount Sherpa (Hochsee-Schlepper), etliche Speedboote aus Holz, Black Pearl (RC-Plastik-Segler),Grönland, Jagt
Für Kay noch zwei Fahrbilder von heute. Unterwegs waren die Pinassen "Little James" und "Dove".
Ob sie im Original so friedlich unterwegs waren? Die "Little James" fuhr für strenggläubige Calvinisten (Plymouth Plantation), die "Dove" für rechtgläubige Katholiken (Maryland Colony). Es war die Zeit des Dreißigjährigen Krieges.