Die Älteren hier im Forum werden sich erinnern: Vor einem Monat, am 11.07. , wollte ich mit dem Bau der "Pickle" anheben. Dann habe ich die "Independence" vorgezogen, ihre Geschichte ist so außergewöhnlich. Nun habe ich die Mallen vergrößert, gefaltet, ausgeschnitten und auf 5 mm starkem Pappelsperrholz aufgeklebt. Ohne Unterstützung - warum eigentlich?- habe ich die Mallen außen und innen ausgesägt und die Vierkantleisten als Stehhilfe angesetzt. Der Plan ist etwas verzerrt, aber das stört mich nicht. Die mittleren Mallen haben einen großen Abstand, die an den Enden einen kleinen. Der ist immer gleich. Auch habe ich die Beplankungsleisten zugesägt, gewässert und gebogen. ebenso die Stringer. Die werden dann wieder eingenutet. Morgen nute ich das Kielschwein ein und setze die Stringer - same procedure as every time.
Ich werde von dem Entwurf abweichen. David Steel´s "Naval Architecture" erschien 1805, genau zur Trafalgar Zeit. Einige der von Steel übernommenen Pläne sind aber älter, so auch Plan XXIII mit diesem "Virginia built boat, fitted for a privateer". Mein Kollege Howard Chapelle ist der Ansicht, dass das Fahrzeug vor 1793 entstanden sein muss, da es noch über ein erhöhtes Achterschiff verfügt. Später hat sich die Ausführung mit einem durchlaufenden Deck allgemein durchgesetzt. Da die Sting/Pickle um 1800 entstand, sollte sie ein Glattdecker sein. Die "Berbice", Lt Lapenotiéres erstes Kommando, wurde vor 1780 gebaut und hatte ein stark erhöhtes Achterschiff. So hatte man viel Stehhöhe in der Kabine, dazu Fenster im Spiegel und an den Seiten. Aber die Kanonen konnten nicht hinten aufgestellt werden und so ein verfolgendes Schiff auf Abstand halten. Oft dauerten diese Verfolgungsjagden mehrere Stunden.
Gruß Jörg
Egal wie leer du im Kopf bist, es gibt Menschen, die sind Lehrer!
Die Bilder, sie gleichen sich. Nur, dass es damals öfters regnete. Damals, 2016 - also vor zehn Jahren, habe ich die Berbice als Fahrmodell gebaut. Auf gleiche Weise und schon mit Hansi als Allrounder. Beide Schoner waren ursprünglich zivile Fahrzeuge gewesen, Schnellsegler mit wenig Laderaum, aber für hochpreisige Güter. Als Schmuggelfahrzeuge oder für Freibeuterei. Beide haben den gleichen v-förmigen Rumpfquerschnitt und den deutlichen Kielfall für die Kurstreue. Bei der HMS "Pickle" bin ich über den schwierigen Bereich - Kimm- hinaus, nun mache ich den Boden zu. Morgen will ich noch die Verriegelung für die AKF setzen und den ersten Epoxiauftrag vollziehen. Denn am dritten Tag der Schöpfung wird immer der Rumpfbau abgeschlossen.
Man beachte die Helling, wir hier nennen sie auch Kreisbrett. In den vergangenen 10 Jahren sind gar viele Modelle auf ihr entstanden, sie wurde immer wieder mit dem Bandschleifer geglättet und ist dünn geworden, die vielen Nägel haben deutliche Spuren hinterlassen, aber sie ist noch fleißig dabei.
Gruß Jörg
Egal wie leer du im Kopf bist, es gibt Menschen, die sind Lehrer!
'sitzengebliebene' Zeit - die Steigerung ist dann wohl 'liegengebliebene' Zeit Kein Wunder, wenn die modernen Zeiten und ihre Zeitgenossen dann immer unsportlicher werden... Aber wer das hier liest ist immerhin schon einmal wieder - und hoffentlich, weil Smartphones haben ja im Schlafzimmer nichts zu suchen - aufgestanden 😀 Gerade eben passend dazu noch das hier im Netz gefunden: Screenshot_20260812-084557.png - Bild entfernt (keine Rechte)
Danke für eure Vögeleien. Klaus hat uns entscheidend weitergebracht "Hansis zustimmende Körperhaltung". Er spricht ja nicht viel, unser Hansi, um so wichtiger ist daher die nonverbale Kommunikation mittels seiner Körperhaltung, seines Habitus. Diese Power Pose, die geraden Schultern, die durchgedrückten Beine, die Körperspannung. Der genauer Beobachter erkennt hier soziale Kompetenz, Offenheit und Gestaltungswillen.
Gemeinsam haben wir das Tagesziel erreicht, Der Rumpf hat seine erste Beplankung, die Vorrichtung für die Verriegelung der AKF wurde ausgeführt, die Wasserlinie aufgezeichnet und die Versiegelung mit Epoxi geleistet. Das zweite Bild zeigt die Berbice noch ohne Epoxiauftrag. der Schnüffler Hansi steht da noch.
PS.: Zu Gesten, Mimik, nonverbale Signale. Unsere Tochter ist auch im Schuldienst, Fächer Englisch und Deutsch. Das Schülermaterial wird immer anfälliger. Jetzt hat sie eine Schülerin in der 9. Klasse, die darf sie nur drannehmen, wenn diese einen grünen Stift hinlegt. Hat die Psychologin mit dem Kind ausgemacht. Die "normalen" Schüler verlieren, weil die verhaltensauffälligen immer mehr werden und besondere Hinwendung brauchen. Bin froh, dass ich da raus bin.
Egal wie leer du im Kopf bist, es gibt Menschen, die sind Lehrer!
Mein Sohn ist auch Lehrer. Ich habe ihn damals in seiner Berufswahl bestärkt. Heute bereue ich das. Er ist sehr engagiert, dass Minderheiten nicht auf der Strecke bleiben. Die anderen Schüler wollen einfach nicht.
bis denne Willi
Es ist nicht alles falsch, was man nicht versteht.
Hansi liegt schon wieder. Der Rumpf wurde ein zweites Mal mit Epoxi gestrichen. Vorher wurde im Überwasserbereich die "schöne" Beplankung aufgebracht. Zuerst am Heck, dann an den Seiten. Die Berghölzer sind auch gesetzt und der Übergang zum Unterwasserteil wurde mit Holzkitt angeglichen. Das Epoxi härtet bei diesem Wetter schön schnell aus. Morgen will ich das Unterwasserteil mit Gewebe laminieren. Schön auch, dass man diese Arbeiten bei dem Wetter draußen machen kann. Im zweiten Bild steht das Schiff im Ständer der "Berbice". So wird der starke Kielfall sichtbar.
Gruß Jörg
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Wohlbestallter Matthäus, vermutlich willst du wieder über die Glyphen lamentieren, aber das ist jetzt abgekaut. Sprechen wir lieber über den Namen des Schiffes. Der Führer der Karibikflotte, Vice Admiral Lord Seymore hat das Schiff angekauft und so benannt. Als ausgewiesener und ansässiger Gurkenfachmann frage ich dich: warum? Warum nennt ein hochrangiger Marineoffizier einen Schoner "Gurke"? @victory78 Liegt es an der Herkunft des Schiffes? Es soll ja mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Bermudas gebaut worden sein. Dort, so ist es belegt, (Bild 2) wurden die Fahrzeuge vor dem Stapellauf mit einer Gurkenzeichnung versehen. Im dritten Bild sehen wir die Bermuda Sloop dann auf hoher See. Sie führt ein typisches Bermudarigg, mit dem dreieckigen Großsegel ohne Gaffel. Sie ist breiter als die Jamaika Sloop und gleichfalls aus Zedernholz gebaut. Diese Holzart ist fäulnisresistenter als Eichenholz, sodass die Schiffe ein hohes Alter (30 Jahre) erreichen konnten. Es wurde von Bohrwürmern nicht angefressen und war viel leichter als Eiche oder Pinie. Bermudische Kolonisten bauten gezielt Zedern an und vernachlässigten den Tabakanbau. Im 18. Jh. entstanden ca. 1000 dieser Schiffe, maßgeblich gebaut von schwarzen Sklaven. Die einmastige Sloop entwickelte sich zum Schoner. Nun brauchte das Schiff nicht mehr einen so hohen und massiven Mast. Die Segelfläche wurde auf 2 Masten verteilt und das Gaffelrigg übernommen. Diese Bermuda Schoner, zu denen unsere "HMS Pickle" wohl zählt, waren leichter als vergleichbare nordamerikanische Schoner, hatten eine gute Manöverierbarkeit und konnten viel höher am Wind segeln als ein Rahsegler. Auch konnten sie geschickt gegen den Wind segeln und so einem Verfolger entkommen. Damit wurde die Semantik des Namens geleistet.
PS.: Rüstiger Träger von Balmung, Der Bergbau ist ja nun auch im Keller, deshalb weiß das heute keiner mehr. Früher trugen die Hauer Käfige mit Vögeln mit sich in die Stollen. Wenn die Vögel umfielen, musste man schleunigst weg, giftige Dämpfe. Ich hab da meinen gefiederten Freund.@Semper talis Gruß Jörg
Egal wie leer du im Kopf bist, es gibt Menschen, die sind Lehrer!
Eine Gurke ist etwas sehr Majestätischen. Das wusste auch schon unsere Gabi. Nur das Revolverblatt , welches den gleichen Namen eines Majestätischen Schiffes trägt, hat das falsch interpretiert. Du stehst dem doch über, oder?....
Uwe vom Dunkelwald (lat.: Miriquidi)
Mitglied des Phantomprojektes Recherche: Fleute Zeehaen Kiellegung: Golden Hinde Fertiggestellt: Die Kolumbusflotte
Uwe, da ging wieder viel daneben, in Beitrag 12. Liegt vermutlich an den Hitzewallungen. Mit "unsere Gabi" meinst du wohl die Gwenni, um deren Belange sich Robert so rührend gekümmert hat. Inzwischen ist ihre Vergesslichkeit erheblich fortgeschritten, sie weiß nicht mehr viel... Das majestätische Schiff, ein 65 er, ist wohl die französische "La Picture", die sollte mal einer als Modell bauen. Und nun zurück mit dir in den Dunkelwald. @Marten
Gruß Jörg
Egal wie leer du im Kopf bist, es gibt Menschen, die sind Lehrer!
Hallo! Jetzt wissen wir es, Hansi dient als Vorsichtsmaßnahme! Wenn Hansi umfällt, wird es gefährlich. Deshalb bekommt er wahrscheinlich auch keine Schutzmaske. Und das nennt sich dann "TIERFREUND"! Siegfried