Und schon wieder voll im neuen Jahr, Weihnachten und Neujahr rum und noch immer keine Zeit für Besinnlichkeit ...
Habe trotzdem ein kleines Zeitkontingent für mich ergattern können und wenigstens den Decksvergleich fertig machen können :-)
Zuerst das Bugschott etwas aufgehübscht. Nachdem alle zeitgenösssichen Modelle um 1800 dieses schwarz zeigen, habe ich auch auch die übliche blaue Farbe verzichtet.
Zum Einpassen der Türen der alte Trick mit dem dünnen farbigen Streifen an der Seite, gibt gute Sichtkontrolle beim Abschleifen im Zehntelsmillimeterbereich.
Dann kamen die erste Zugaben in der Kür. Neben den vier Stützen der Vormastbeting und dem Ofenrohr wurde der Steam Truck ergänzt, der den Dampf des Brodie Stoves über die Gratings auf der Back ableitete.
Dazu mal wieder Operation am offenen Herzen, ein weiterer Durchbruch musste her. Der Trunk bestand aus einer solid gezimmerten Kiste die über einem Süll sitzt. War etwas tricky so zu positionieren, dass der Kasten nur unter 2 Teilen der Dreiergräting auf der Back liegt und die Trennwand genau abgedeckt wird.
Und damit nicht genug, ein weiteres Loch musste her: Das Kitchen Skylight. Damit die Köche in der Essensvorbereitung zumindest etwas Tageslicht haben. Dazu das Deck perforiert und mit dem schweren Räumwerkzeug geöffnet. Dann noch etwas Skalpellieren und Schleifen und das nächste Loch ist drinnen.
Spannend wurde das Oberlicht selber. Das Teil aus meinem Ätzteilsatz ist zwei Fensterraster zu lang, bzw. zu breit. Deshalb habe ich ganz frech zwei Raster rausgeschnitten und die Reste nach gutem Verschleifen einfach mit Sekundenkleber wieder zusammengeklebt. Und man glaubt es kaum, es hat funktioniert :-)
Und das ganze am Platze sieht so aus und man erkennt auch, wozu das ganze dient.
Diese beiden Durchbrüche waren lange im Museumsschiff nicht vorhanden, ob sie mittlerweile dort wieder reinstalliert wurden weiß ich nicht ein mal ...
Aber ihr seht schon die andere Ergänzung: Der Bereich unter der Back wurde auch als Sick Bay genutzt, dafür kamen leichte temporäre Schotts zum Einsatz, hier gestrichenes Segeltuch auf Holzrahmen. Bei Bedarf war das im Original schnell abgeschlagen.
Im Bereich des Großmastes sind ja schon die unteren Teile der Großmastbetinge zu finden. hier musste ich die Positionierung überarbeiten, damit sie auch direkt unter den Fortführungen auf dem Achterdeck stehen.
Ein beliebtes Spiel ist auch das Verschließen der alten Löcher auf Deck, da die Ätzteile einen kleineren Durchmesser als die Standard-1mm-Löcher des Bausatzes haben. Also 1 mm Plastik-Stäbchen eingeklebt ...
... eingeebnet, mit der Reißnadel zentriert und mit 0,5 mm wieder aufgebohrt.
Auch das mitgelieferte Geländer um den hinteren Niedergang hat sich als suboptimal herausgestellt. Zeitgenösssichen Modellen nach stimmt das Prinzip, Holzpfosten mit Eisenstäben, aber die Verhältnisse stimme nicht: viel zu niedrig und die Stangen viel zu dick. Also kurze Überarbeitung auf dünnere Drahtstangen ...
... und Erhöhung der Pfosten, die Figur dient als Richthöhe.
Damit waren die Vorbereitungen abgeschlossen und es konnte abgelichtet werden.
Frohes Basteln im Neuen Jahr wünscht euch euer dafi!
And now something completely different: Das Christkind war vor Weihnachten sehr gut gelaunt und hat mir die ersten Muster der Rüsten und Finknetze für meine Constitution geliefert *vorfreudehüpf*
Und endlich war auch ein kleiner zeitlicher Slot um das anzubasteln :-)
Also Popkorn und Bier raus, X-Files in den DVD-Player und mit Freude hinan ans Werk!
Nach einigen Abwesenheiten hier wegen Constitution und Arbeit in Österreich mal wieder was Kleines.
Irgendwie hatte ich Lust, die Grätings-Orgie auch auf den beiden unteren Decks fortzuführen. Wenn man schon mal dran war. Also die Pläne skaliert und ausgedruckt und geschaut, wie die denn mit dem Modell übereinstimmen.
Dann die Druckdaten der oberen Decks abgewandelt und gedruckt ...
... und andere schon existierende Teile hinzugestellt.
Und dann ging das Feingejoggel los. Übertrag der Druckteile auf die Decks, um die Durchbrüche anzuzeichnen.
Zuerst mit dem Skalpell die Länge und ...
... dann mit dem Reißzirkel die Längsseiten.
Zum Einsägen dann die Laubsäge ...
... und für die Länge dann mit dem Skalpell anreißen und abbrechen.
Das war ´ne große Planungs und Rumgeschiebeorgie ...
... natürlich mit einigen Opfern :-)
Und schon konnten die Grätings an ihren Platz.
Dann die Farbe für alle Beteiligten.
Das Deck erhielt einige Farbschattierungen in Plankenrichtung.
Da noch zu dezent gleich noch etwas schgwarze Tusche hinzu
Für die Planken habe ich einiges rumprobiert, mit Fugen kratzen etc. War aber alles nicht so dolle. Dann kam der Winner, ein ganz einfacher und simpler Beistiftstrich.
Eine alte Syvesterraketenstange war ein gutes Lineal, da so trotz Parallelität doch etwas auch eine minimale Unregelmäßigkeit im Strich zustande kam.
Und dann noch mit Klebeband vorsichtig überschüssiges Graphit abgezogen, sonst verschmiert das, ich arbeite doch einfach so ungern mit Klarlack. Und auch die Sichtbarkeit der Struktur wurde genau so, dass sie in meinen Augen auch eine gute Alternative zu sichtbaren Decks sein kann.
0328DE1D-DEF2-4753-AD20-325C935BD4B2.jpeg - Bild entfernt (keine Rechte) Irgendwie hatte ich dunkel in Erinnerung, dass mir nach der Veranstaltung im November in Stuttgart die Kiste mit dem Schiff etwas aus der Hand geglitten war. Habe ich gedacht, so kurz vor der Ausstellung in Augsburg schau doch lieber noch mal rein.
Ich muss sagen, ich habe mal wieder falsch recherchiert. Erstens kann ich mich nicht erinnern, dass die Marsstenge abgeschossen war, und zweitens wurde der Kreuzmast etwas höher von seinem Unterteil getrennt. Also noch mal zurück zur Rechercheabteilung und schauen, wo da die falsche Information herkam .
Sodele, bin euch ja noch die Auflösung des Kliffhangers von Augsburg schuldig. war aber halt grad viel los bei mir :-)
Kreuzmast war ja einfach, geschickt unterhalb des Belegnagelkragens gebrochen. Ich hatte damals den Mast ja nur als Testobjekt gemacht, er war nie für das Modell vorgesehen. Deswegen hatte er keine Verstärkung. Ein eingeführter Schachlikspieß repariert nicht nur, er versteift das gute Stück sogar. Nicht mal kleben muss ich, hält sogar gesteckt schon saugut. Zum Einpassen war praktisch, dass ich noch Ersatzteile hatte, an denen sich die benötigten Durchmesser gut anpassen ließen.
Die Großmarsstenge war da schon herausfordernder, dünner und im Sichtbereich gebrochen. Doch auch hier eine Verstärkung, diesmal aus 2 mm Edelstahldraht, und der Fisch ist geputzt und der Kittel ist gflickt :-)
Noch etwas Farbe darüber, keiner sieht mehr was und das wars :-)
Reparaturzeit Plastik, 28 Minuten; Juffernreeb Großmars ausfädeln und wieder einsetzen, 1,26 Stunden und ...
... tata, keine 12 Stunden nach Entdeckung des Schadens konnte sich die kleine Hübsche, mit den Streifen wo schlank machen, mit stolz erhobenen Köpfchen auf der Ausstellung in Augsburg präsentieren.
Und danach? Danach ging es so weiter wie es immer geht, das schwere Räumwerkzeug kam raus.
Doch was war mal wieder passiert?
Da ich immer mindestens einen kleinen Fortschritt - abgesehen von Reparaturen - auf Ausstellungen zeigen möchte, hatte ich für Augsburg als kleines Goody zumindestens den Großmarsstengestag angebracht.
Dazu musste ich aber die Befestigung im mittleren Deck anbringen, war nicht so elegant.
Also in der Back neue Decksbalken eingezogen und die nötigen Stützen darunter platziert. Da hier ein Rhythmuswechsel stattfindet gab das lustige gekröpfte Stützen ... chtert es,
...auf einem Papier aufgeklebt um sie gut synchron entstehen zu lassen. Eine erste Farbschicht erleichtert es, die Fasen gleichmäßig hinzubekommen. Danach kamen die Unterteile der Betinge in Linie mit den Stützen darunter. Als oberen Teil habe ich meine Resinteile genommen. Schwierig war es die Löcher für deren Zapfen richtig zu platzieren, da sehr eng am Rand der Stirnseite der Stürzen platziert. Trotzdem munter drauf losplatziert.
Auf dem ersten Blick ganz ok, aber beim genaueren Hinschauen sieht man halt den schlechten Übergang zwischen Unterteil und Oberteil der Betinge.
Also die große Zange raus und Abriß :-)
Dann Neudruck der Betinge mit Unterteil und den dazugehörenden Aussparungen, und sieht schon besser aus.
Und jetzt passt das auch mit der Aufhängung der Reeps der Stage (Hier noch mit den alten Betingen)
Steel verwendet bei fast allen Stagen noch die Violinblöcke, wäherend er alle anderen Violinblöke durch normale Doppelblöcke ersetzt hat. In den meisten Takelanweisungen sind an dieser Stelle nur Kauschen und Zurringe angeben, nach meiner Einschätzung aber eine spätere Anwendungsart.
Besonderheit der Groß- und Fockbramstage ist natürlich, dass der Borgstag nach dem eigentlichen Bramstag übergeworfen wird, danch aber im Auge unter diesen darunter geführt wird, damit er für die Stagsegel zu nutzen ist. Hier muss ich nochmals in Ruhe aussortieren, dass die beiden sich nicht bekneifen.
Zum Überwurf der Wanten des Fockmasts muss natürlich der Stagblock am Mastkopf abgenommen werden, dafür sind aber nur die Zurrings auf der Rückseite zu lösen.