Endlich konnte ich auch die Pardunen weitermachen. Die sind wie Wanten, nur gehen sie über 2 bis 3 Etagen. Lange Dinger also. Als nächstes habe ich die Pardunen provisorisch an den Rüstbrettern befestigt, um zu sehen wie die Teile zusammenspielen.
Einige der Marspardunen liegen dabei direkt über den Marswanten und deren Webleinen, deswegen mussten die Marswebleinen zuerst geknüpft werden. Hätte sonst Chaos gegeben die auseinanderzuhalten. Aber seht selbst.
Interessanterweise dachte ich, dass der in den Wanten durch die Webleinen verursachte Verzug durch die Pardunen mehr auffällt, aber im Gegenteil, die Pardunen bügeln da tatsächlich einiges optisch gerade. Auch nicht schlecht.
Und noch ein paar Ansichten.
Auch meine kleinen Topgasten genießt es da oben rumzuturnen :-)
Auf die Gefahr hin, dass diese Frage schonmal gestellt wurde: Hast Du vor, das Modell (irgendwann einmal) mit ausgerannten Leesegelspieren und entsprechender Beseglung zu zeigen?
bis denne Willi
Es ist nicht alles falsch, was man nicht versteht.
Nachdem die drei vorderen Pardunen im Bereich der Mars an allem möglichen scheuern können, wurden sie in diesem Bereich gekleidet.
Also diesen Bereich mit kleinen Bindseln markiert ...
... herausgezogen und das Kleid mit Leim und Farbe gefaked.
Länger schon habe ich mich gefragt, warum die Vorderpardune – mit dem schönen Zweitnamen Brustbackstag – nicht wie die anderen mit einer Juffer, sondern mit einer komplizierteren Talje mit Mantelkabel eingebunden ist. Das hab ich aber schnell gemerkt. Beim Arbeiten musste ich mehrfach die Großrah scharf anbrassen, also schräg stellen. Oben wurde ja schon beschrieben, dass die Rah in genau der Höhe hängt, in der die Wanten den engsten Abstand haben, um gut drehen zu können. Die Pardunen hängen aber weiter außen und waren plötzlich im Weg. Hier sieht man das schön.
Hier mit querstehenden Rahen, wie in fast allen Modellen. Die Vorderpardune - in der weißen Fläche ganz links - hat einen angenehmen Abstand.
Doch wenn man anbrasst ...
... sieht man schon, wie sie nach hinten gedrückt wird ...
... und bis zur zweiten Pardune wandert. Als Gegenmaßnahme lässt sich dann unten die Talje schnell lösen und die Pardune kann ohne Druck nach hinten Platz geben. Das ist für die Statik kein Problem, da auf der Leeseite die Pardune sowieso entlastet ist.
Hier die erste Umsetzung des dazu verwendeten Mantelkabels, der das dicke 7 Zoll Umfang-Pardunenkabel in ein besser handhabbares 2,5 Zoll Umfang Tau übersetzt.
Dabei hab ich dummerweise mal wieder nur eine neumodische Quelle genommen und dann in der klassischen Literartur einige sehr interessante Verbesserungen gesehen und umgesetzt.
Zuerst wird der Stropp der linken Befestigung auf 2 Rüsteisen verteilt. Besserer Kraftabfluss. Außerdem wurden beide Stropps um die Rüstbrettkante geführt und darunter am Eisen befestigt. Dadurch bekommt die Pardune etwas Abstand zu den beiden vorderen Wanten und die Bedienung der Talje wird erleichtert und schamfielt auch nicht an den Juffern.
Am Kreuzmast sind möglicherweise auch die hinteren Pardunen mit Taljen getakelt, da sie sonst beim Vorm-Wind-Segeln dem Besan möglicherweise im Weg sind.
Damit berührst Du einen interessanten Punkt, lieber Eberhard @wefalck . Die Victory war mit Gaffelgeerden ausgerüstet, das sind Taue, die an der Gaffelnock ansetzen und an den Schiffsseiten über ein Takel befestigt waren. Diese Gaffelgeerden wären den Pardunen des Besanmastes in der Begrenzung des Schwenkbereichs sowohl der Gaffel selbst, als auch des Baumes zuvor gekommen. Ich habe mich schon immer gefragt, wie das in der Segelpraxis gehandhabt wurde. Auch mein Kutter "Le Cerf" hatte Geerden. Wurden die bei Vorwindkursen weggenommen? Oder wurde das Gaffelsegel bei diesen Kursen gar nicht gesetzt? Oder wurde vor dem Wind gekreuzt? Mal wieder jede Menge Fragen...
bis denne Willi
Es ist nicht alles falsch, was man nicht versteht.
Danach ging es an das Spannen der Bramwanten. Diese werden über die Saling und die Wurst geführt und laufen bis zur Großmars um dort mittels Verzurrung festgesetzt zu werden. Die Stropps werden an den Rüsteisen befestigt. Zuerst die Stropps gebaut und befestigt ...
Zitat von Willi im Beitrag #3205Damit berührst Du einen interessanten Punkt, lieber Eberhard @wefalck . Die Victory war mit Gaffelgeerden ausgerüstet, das sind Taue, die an der Gaffelnock ansetzen und an den Schiffsseiten über ein Takel befestigt waren. Diese Gaffelgeerden wären den Pardunen des Besanmastes in der Begrenzung des Schwenkbereichs sowohl der Gaffel selbst, als auch des Baumes zuvor gekommen. Ich habe mich schon immer gefragt, wie das in der Segelpraxis gehandhabt wurde. Auch mein Kutter "Le Cerf" hatte Geerden. Wurden die bei Vorwindkursen weggenommen? Oder wurde das Gaffelsegel bei diesen Kursen gar nicht gesetzt? Oder wurde vor dem Wind gekreuzt? Mal wieder jede Menge Fragen...
Die Gaffelgeerden haben den Zweck, die Gaffel zu stabilisieren und daran zu hindern zu weit nach Lee überzulegen, wodurch die Effizienz des Segels vermindert würe.Benutzt wurde dabei die jeweilige Luvgeerde. Zur Handhabe der Leegeerde gibt es zwei Optionen: man kann sie etweder soweit auffieren, daß sie Gaffel und Baum nicht behindern oder man kann sie an der Reling losnehmen und wieder irgendwo auf der Höhe des Mastes einhaken. 'Kreuzen vor dem Wind' wäre 'Halsen' ... dabei sind die Gaffelgeerden auch nützlich, weil mit ihnen verhindert werden kann, daß die Gaffel beim 'Durch-den-Wind-gehen' plötzlich zur Leeseite überschlägt, was Bruch in der Takelage zur Folge haben kann. Halsen ist immer mit etwas Risiko verbunden, besonders aber bei Schiffen/Booten mit Gaffeltakelung. Man muß Gaffel und Baum ständig unter Kontrolle halten.
Zitat von wefalck im Beitrag #3204Am Kreuzmast sind möglicherweise auch die hinteren Pardunen mit Taljen getakelt, da sie sonst beim Vorm-Wind-Segeln dem Besan möglicherweise im Weg sind.
Bei der Victory ist von nachtern gesehen die Brampardune fest, dann kommt die stehende Pardune der Marsstenge und dann die fliegende Pardune der Marsstenge. Ich muss es nacher mal prüfen, aber der Gaffelbaum hat dank der Wanten gar keinen so großen Schwenkradius.