erlaubt mir einige grundsätzliche Anmerkungen. Wenn ich schreibe „Die Beplankung ist bestimmt historisch immer noch so falsch, so wie mir dies wurscht ist“, will ich damit keinesfalls das Streben vieler nach Perfektion und historischer Genauigkeit diskreditieren! Ich respektiere dieses absolut und bewundere die hier gezeigten modellbautechnischen Leistungen.
Ich kenne meine eigenen Defizite im Modellbau. Trotzdem muß es wie eine fadenscheinige Ausrede wirken, wenn ich behaupte, daß dieser Graupner-Bausatz sicher kein ideales Projekt für den Einsteiger darstellt. Es stellt sogar gar kein ideales Projekt dar. Ich mache dies an zwei Aspekten fest: Ein weiterer Graupner-Scherz ist sicherlich die „Maßstabsgerechtigkeit“ des Modells: die Länge über alles des Modells liegt bei 600 mm und der Maßstab wird auf der Packung mit 1:64 angegeben, ergo eine Reallänge von 38,4 m. Gemäß Wikipedia betrug die Lüa 28 m, was dann doch deutlich weniger wäre. Hier im Forum habe ich in der Recherche von Klaus einen Wert von 100ft / 30,5 m reine Rumpflänge gefunden. Mit Bugspriet usw. könnte das die o.g. ca. 38 m ergeben. Die Hüttentüren sind aber nur umgerechnet 1,15m hoch, was selbst für die damalige Norm-Körpergröße etwas dürftig wäre. Ich zitiere aus der Einleitung der Anleitung: „Das Modell MAYFLOWER ist für den Amateur entwickelt und zeigt an manchen Stellen leichte Vereinfachungen auf. Dies beeinträchtigt allerdings nicht das charakteristische Gesamtbild des Schiffes.“. Aha.
Der zweite Punkt: wie schon teilweise erwähnt, gibt es sehr viele, auch sehr kleine Teile im Bausatz, die auf Sperrholzbrettchen unterschiedlicher Dicke gedruckt sind und größtenteils ausgesägt werden müssen. Dabei und bei der weiteren Bearbeitung (z.B. Bohren) kommt es häufig zu Ausbrüchen einzelner Sperrholzlagen, welche aufwendig gespachtelt bzw. verschliffen werden müssen. Das ist zu-mindest bei Fitzelteilchen keine Spaßarbeit. Ein weiteres Beispiel sind die Grätings, welche ich im nächsten Teil beschreiben werde. Es ist halt ein ca. 50-60 Jahre alter Bausatz.
Was ich sagen will: selbst wenn ich ein perfekter Modellbauer wäre, würde das fertige Modell kein perfektes oder historisch korrektes werden. Insofern baue ich es trotz aller Widernisse mit viel Freude und Lernbegierigkeit. Gerade für letzteres bin ich über Rückmeldungen wie jene von Willi und Klaus sehr froh. Beim nächsten Projekt werde ich z.B. größtes Augenmerk auf die Positionierung der Berghölzer legen. Aber ich werde mich nicht ewig mit der graupnerischen Mayflower beschäftigen.
In diesem Sinne Holz- und Plankenbruch, oder so ähnlich.
Viele Grüße Gunnar
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.... die „Maßstabsgerechtigkeit“ des Modells: die Länge über alles des Modells liegt bei 600 mm und der Maßstab wird auf der Packung mit 1:64 angegeben, ergo eine Reallänge von 38,4 m. Gemäß Wikipedia betrug die Lüa 28 m, was dann doch deutlich weniger wäre. Hier im Forum habe ich in der Recherche von Klaus einen Wert von 100ft / 30,5 m reine Rumpflänge gefunden. Mit Bugspriet usw. könnte das die o.g. ca. 38 m ergeben.....
Hallo Gunnar,
wenn Graupner als Länge des (gesamten?) Modells - auf den Maßstab umgerechnet - ca. 38 m angibt, die LüA hingegen (ca.) 28 m betrug, so ist das nicht unbedingt ein Widerspruch. Du bist mit dem Rumpf Deines Modells ja schon recht weit gekommen; wie lang ist denn der?
Für die LüA gibt's (leider) unterschiedliche Definitionen; bereits zu Mondfeld beschreibt sie als "einmal die Länge zwischen der Vorderkante der Galionsfigur und dem Hinterende des Hackbords oder tatsächlich die Länge zwischen vorderster Bugsprietspitze und hinterster Gaffelbaumnock". Nach heutiger (Schiffbau-)Definition ist sie der "Abstand zwischen den äußeren Punkten von Vor- und Achtersteven" (Handbuch der Seemannschaft) und entspricht daher eher der Länge zwischen den Loten, wie zu Mondfeld sie versteht. In jedem Fall ist die LüA eines Modells kleiner als seine Gesamtlänge.
.... Die Hüttentüren sind aber nur umgerechnet 1,15m hoch, was selbst für die damalige Norm-Körpergröße etwas dürftig wäre. ....
Du darfst nicht davon ausgehen, dass man die Türen erhobenen Hauptes durchschreitet. Türen an Bord sind immer ein Kompromiss zwischen Bequemlichkeit und Sicherheit, will heißen, dass die Menge des Wassers, das bei überkommenden Seen im ungünstigsten Fall einsteigt, so gering wie möglich sein soll. Zum praktischen Vergleich: bei meinem Schifferl (Konstruktion aus den 60er oder 70er Jahren, so genau weiß ich's nicht) sind die Niedergangstüren ca. 80 cm hoch; darüber liegt zwar ein Schiebeluk, aber trotzdem. Die 1,15 m Deiner Mayflower sind also gar nicht so abwegig.
herzlichen Dank für Deine Rückmeldung! Uiii, das ist ja interessant! Das Graupner-Modell ist von Spitze Bugspriet zu Spitze Heckspriet, also das, was ich als "Länge über alles" gesehen hätte, d.h., da kommt dann schiffsmäßig gar nichts mehr, 61 cm bzw. 39 m lang. Der Rumpf ohne Vorsteven, also von vordere Kante Backdeck bis hintere Oberkante Spiegel, ist 45,5 cm bzw. 29 m lang. Das würde recht gut zu vorgenanntem passen. Und wenn die Durchgänge mit 1,15 m doch passen könnten, wäre das Modell gar nicht so unmaßstäblich. Aber gemäß der Recherche von Klaus (s. dort im Forum) passen wohl die Verhältnisse nicht, der Kiel ist zu kurz, der Vorsteven zu lang. Egal, ich bastele weiter, auch wenn ich dabei zum Sperrholzhasser werden sollte.
Viele Grüße Gunnar
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im Winter Oberbayern, im Sommer an Bord im Mittelmeer
Zitat von LG2022 im Beitrag #49.... ich bastele weiter, auch wenn ich dabei zum Sperrholzhasser werden sollte.....
...und das ist gut so. Ich war bis vor kurzem in der gleichen Situation und hab mir überlegt, ob ich überhaupt mit meinem Bausatz weitermachen soll. Ich hab für mich beschlossen, ihn als Trainingsobjekt zu sehen, und ich kann nur sagen, mit Hilfestellung und kritischer Begleitung (absolut positiv gemeint) aus diesem Forum hab ich insofern aus meiner Sicht schon erhebliche Fortschritte gemacht.
Zitat von LG2022 im Beitrag #47 Ein weiterer Graupner-Scherz ist sicherlich die „Maßstabsgerechtigkeit“ des Modells: die Länge über alles des Modells liegt bei 600 mm und der Maßstab wird auf der Packung mit 1:64 angegeben, ergo eine Reallänge von 38,4 m. Gemäß Wikipedia betrug die Lüa 28 m, was dann doch deutlich weniger wäre. Hier im Forum habe ich in der Recherche von Klaus einen Wert von 100ft / 30,5 m reine Rumpflänge gefunden. Mit Bugspriet usw. könnte das die o.g. ca. 38 m ergeben. Die Hüttentüren sind aber nur umgerechnet 1,15m hoch, was selbst für die damalige Norm-Körpergröße etwas dürftig wäre. Ich zitiere aus der Einleitung der Anleitung: „Das Modell MAYFLOWER ist für den Amateur entwickelt und zeigt an manchen Stellen leichte Vereinfachungen auf. Dies beeinträchtigt allerdings nicht das charakteristische Gesamtbild des Schiffes.“..... Der zweite Punkt: wie schon teilweise erwähnt, gibt es sehr viele, auch sehr kleine Teile im Bausatz, die auf Sperrholzbrettchen unterschiedlicher Dicke gedruckt sind und größtenteils ausgesägt werden müssen. Dabei und bei der weiteren Bearbeitung (z.B. Bohren) kommt es häufig zu Ausbrüchen einzelner Sperrholzlagen, welche aufwendig gespachtelt bzw. verschliffen werden müssen....
Zur Überprüfung bzw. Ermittlung des angegebenen Maßstabs ist die Verwendung der Länge über alles der falsche Ansatz, abgesehen davon, dass es für diese (wie schon von @carpe diem angeführt) verschiedene unterschiedliche Definitionen gibt. Der Vergleich mit der in Wikipedia angeführten Länge hinkt ebenfalls. Maße der Original Mayflower sind nicht bekannt, es ist lediglich überliefert, dass das Schiff eine Tonnage von ca. 180 Tonnen hatte. Nachdem im späten 16. und im 17. Jahrhunder Formeln zur Ermittlungung (oder besser Annäherung) der Tonnage aus 3 Hauptabmessungen (Kiellänge, Breite und Raumtiefe) verwendet wurde, für die wiederum definiert war, in welchem Verhältnis diese drei zueinander stehen sollten (mit definierten Abweichungen nach oben und unten), lassen sich umgekehrt aus einer bekannten Tonnage diese drei Hauptabmessungen ableiten. So lassen sich zwar mögliche Abmessungen eines Schiffes ermitteln, es gibt aber eine Unzahl von möglichen, aber komplett verschiedenen Abmessungen. Die bei Wikipedia angeführten 28 m beziehen sich vermutlich auf die Rekonstruktion der Mayflower II (das ist zwar nicht angegeben, aber naheliegend, nachdem diese Replik im Artikel abgebildet ist). Nach dem im Buch The Mayflower and other Colonial Vessels von William A Baker (dem Konstrukteur der Mayflower II) abgebildeten Plan, ist die Rumpflänge (ohne Galion) 27,75 m, incl. Galion ca. 32 m.
Dass ich in einem anderen Beitrag für mein Modell eine Rumpflänge von 100 Fuß angegeben hätte, ist unrichtig. Das geht vermutlich auf das nachstehende Bild des Rumpfes mit Maßstabsleiten in Fuß und Meter zurück. In dem Bild ist zwar 100 Fuß der Maßstabsleite ziemlich genau unter der Galionsspitze, allerdings ist 0 Fuß am hintern Ende des Kiels und nicht am Rumpfende.
Zum Maßstab deines Modells: Wenn ich die aus dem Plan ersichtliche Kiellänge und Breite und aus geschätzer (genau läßt sich diese nicht ablesen) Raumtiefe mit 64 multipliziere und in Fuß umrechne ergibt sich aus der Formel (Kiellänge x Breite mal Tiefe)/100 eine Tonnage von 175,75. Damit ist die Angabe von 1:64 schon plausibel. Das sagt allerdings noch nichts darüber aus, wie gut gelungen die Rekonstruktion und die dargestellte Rumpfform (die ich für mehr als fragwürdig halte) ist.
Zum 2. Punkt Sperrholz: Ich nehme, dass der Grund, 9 Jahre nach Herausgabe der ersten Mayflower Version (M1:48) eine neue Version in M1:64 als "Schellbaukasten" herauszubringen, rein kommerziell war. Für ein Modell in kleinerem Maßstab ist wesentlcih weniger Holz notwendig, das von dir geschilderte Problem mit dem Sperrhoz deutet darauf hin, dass billigeres Holz als bei der früheren Werkstoffpackung verwendet wurde. Die Bezeichnung "Schnellbaukasten" war vermutlich auch verkausfsfördend, darüber hinaus hat man mit dieser Version die Lieferung eines Bauplans, aus dem weitere Modelle als Scratch gebaut werden konnten (wie bei der alten Version) eliminiert. Eine Verbesserung der Rekonstruktion (in historischer Hinsicht) sehe ich bei der neueren Version nicht.
Ich mische mich mal ganz kurz ein . Habe eben deine Recherche und deinen Baubericht der Mayflower nochmal durchgeschaut . Ich weiß nicht , ob dir die Pläne von R.C. Anderson schon zugänglich geworden sind ; dazu habe ich gerade etwas gefunden . Vielleicht kennst du es schon . Leider kein Längsriss dabei .
Ich mische mich mal ganz kurz ein . Habe eben deine Recherche und deinen Baubericht der Mayflower nochmal durchgeschaut . Ich weiß nicht , ob dir die Pläne von R.C. Anderson schon zugänglich geworden sind ; dazu habe ich gerade etwas gefunden . Vielleicht kennst du es schon . Leider kein Längsriss dabei .
Hallo Thomas, die Pläne von R C Anderson habe ich bisher leider nicht ausfindig machen können. Der in dem verlinkten Artikel gezeigte Spantriß ist aus dem 1928 herausgegebenem Buch "The Frigate Constitution and other Historic Ships" von Alexander Magoun in dem Magoun neben der Constitution noch ein Wikingerschiff, die Santa Maria (basierend auf dem spanischen Regierungsentwurf von 1892 und darauf beruhenden Modell des Science Museums London), den Clipper Flying Cloud, den Schoner Bluenose und die Mayflower beschreibt. Jedem dieser Schiffe ist ein eigenes Kapitel mit vielen Abbildungen und einem Plan gewidmet. Im Mayflower Kapitel werden einige Modelle, darunter auch das von Anderson, beschrieben. Auf drei Doppelseiten ist ein von Magoun gezeichneter Plan (3 Blätter) enthalten. Am Plan hat Magoun vermerkt: The Pilgrim Ship "Mayflower" as reconstructed from a study of drawings and models of ships of that period,copyrigth 1927. Der im verlinktem Artikel gezeigte Spantriß stimmt mit dem von Magoun überein, dass der aber wie im Artikel vermerkt auf dem Plan von Anderson beruht, bezweifle ich stark. Dazu weicht der ganze Plan zu weit vom Anderson Modell (von dem ich allerding nur verschienene Fotos kenne) ab.
Aber ich glaube, wir bewegen uns schon langsam zu weit vom diesem Baubericht weg, das wäre ja schon fast was für einen eigenen Thread.
Arbeiten am Deck – Teil 1 oder „Das Sperrholz des Grauens!“
Lieber Klaus und Thomas, besten Dank für Eure Beiträge! Bewegt Euch gerne weiterhin in andere Richtungen, das paßt alles zu diesem Modell.
Sollte es in diesem Forum Sperrholz-Fetischisten geben: verzeihet mir nun bitte! Ich werde nie wieder einen Bausatz mit (Fitzel-)Teilen, die aus Sperrholzbrettchen zu sägen sind, basteln! Es gäbe z.B. von Graupner aus der gleichen Epoche noch die „Santa Maria“. Ich bin dafür einfach zu blöd. Wie schon in der Ausschachtelfolge ausgeführt, besteht der Bausatz neben dem Balsaholzrumpf, diversen Leisten bzw. Stäben, dem übersichtlichen Beschlagsatz und einigen anderen Teilen in erster Linie aus Sperrholzbrettern, zwischen ca. 1 mm (dreilagig) und 6 mm (fünflagig) stark. Bei einigen wenigen Teilen des 1 mm-Sperrholzes gibt es eine Vorstanzung; meistenteils muß man aber alles aussägen. Bei den dickeren, größeren Teilen geht das noch, bei den Fitzelchen ist der Spaß vorbei. Das spratzelt beim Sägen / Bohren / Feilen alles auseinander, eine Lage bricht meistens aus und nach den Jahrzehnten löst sich hier und da auch mal der Kleber zwischen den Lagen. Sicherlich wäre es am besten, sich anderes Material zu besorgen, die Teile auf dieses zu übertragen und dann auszusägen. Bei der Ruderpinne des Beiboots hatte ich das schon gemacht, nun wieder bei den Stützdreiecken (ca. 8x3 mm Kantenlänge) der Relings, s. das dunkelbraune Teil auf den Fotos:
Bei den Relings stach mich der Hafer und ich habe die Durchbrüche hineingeflucht. Das Ergebnis würde ich mit „er hat sich bemüht“ bewerten.
Nachdem meine Kanönchen bereits montiert sind und alle bisherigen Arbeiten schadlos überstanden haben, konnte ich die Fissung aufkleben. Bei solchen Arbeiten habe ich immer versucht darauf zu achten, daß sich die Masten winkelgerecht setzen lassen. Für die im Bausatz vorhandenen Grätings aus dünnem Sperrholz (s. Fotos) galt wieder o.g. Zum einen habe ich keine Feile mit 2 mm Breite, um die vorgebohrten Löcher auf 2x2 mm-Quadrate aufzufeilen. Zum anderen verlor ich endgültig die Lust dazu, als ich auf der Rückseite die ausgebrochene Sperrholzlage sah (s. Foto).
Zwar sieht man das später nicht mehr, gefiel mir aber trotzdem nicht. In der Bauanleitung wird für solche Grobmotoriker wie mich vorgeschlagen, es bei den aufgedruckten Quadraten der Gräting zu belassen (so auch schon der Vorschlag bei den Relings). Nö! Deshalb habe ich die Gräting aus 2x2 mm-Leisten selbst gebastelt. Da ich dies nicht mit Ausklinken machen wollte bzw. konnte, habe ich die westgregorianische Stückelmethode angewandt. Das führt nicht zu perfekten, aber brauchbaren Ergebnissen, wenn diese auch recht grob ausfallen. Und meine Grätings gräten, s. Beweisfoto!
Es gibt hier im Forum natürlich Anleitungen zur Anfertigung von perfekten Grätings, allerdings verfüge ich (noch) nicht über die dort eingesetzten Feinkreissägen oder -fräsen. Ich habe so etwas nur in grob, eher für Modelle im Maßstab 1:1 geeignet. Ich rede mir dies wie folgt schön: aus meiner Sicht muß ein Modell in sich stimmig sein. Wenn ich eine Seite verpfuscht habe, darf die andere nicht perfekt sein. Das würde den geneigten Betrachter nur in völlige Verwirrung stürzen. Die größere Gräting wird ohnehin teilweise vom Beiboot versteckt.
Daneben gab es noch Fleißarbeiten wie den Lattenrost auf den Galionsquerbalken.
Die Galionsrelings bestehen übrigens auch aus jeweils zwei aufgedoppelten Sperrholzteilchen, d.h. 4x die dünnen Teile aussägen.…
Viele Grüße Gunnar
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Zitat von LG2022 im Beitrag #54Arbeiten am Deck – Teil 1 oder „Das Sperrholz des Grauens!“
... verzeihet mir nun bitte! Ich werde nie wieder einen Bausatz mit (Fitzel-)Teilen, die aus Sperrholzbrettchen zu sägen sind, basteln!... ...Wie schon in der Ausschachtelfolge ausgeführt, besteht der Bausatz neben dem Balsaholzrumpf, diversen Leisten bzw. Stäben, dem übersichtlichen Beschlagsatz und einigen anderen Teilen in erster Linie aus Sperrholzbrettern, zwischen ca. 1 mm (dreilagig) und 6 mm (fünflagig) stark.
Es gibt hier im Forum natürlich Anleitungen zur Anfertigung von perfekten Grätings, allerdings verfüge ich (noch) nicht über die dort eingesetzten Feinkreissägen oder -fräsen. Ich habe so etwas nur in grob, eher für Modelle im Maßstab 1:1 geeignet. Ich rede mir dies wie folgt schön: aus meiner Sicht muß ein Modell in sich stimmig sein. Wenn ich eine Seite verpfuscht habe, darf die andere nicht perfekt sein. Das würde den geneigten Betrachter nur in völlige Verwirrung stürzen. Die größere Gräting wird ohnehin teilweise vom Beiboot versteckt.
Die Galionsrelings bestehen übrigens auch aus jeweils zwei aufgedoppelten Sperrholzteilchen, d.h. 4x die dünnen Teile aussägen.…
Bei diesem Bausatz hat Graupner offenbar wirklich für alles das billigste Holz verwendet. Beim Vorgänger waren zumindest etliche Teile noch aus 8 mm (Kiel, Achter- und Vorsteven, Galionsscheg, oder 5 (ev. 4) mm Lindenholz (Galionregeln) und das verwendete Sperrholz war gute Qualität. Für kleine Sichtteile würde ich statt des 1mm Sperrholzes (das sich mit der Laugsäge ohnehin nicht vernünftig schneiden läßt, dazu bräuchte man Sägeblätter mit extem kleiner Zahnung) diese aus Leisten (Birne. Ahorn etc.) zusammenbasteln. Stell dir einmal diese aus einem Brettchen auszusägenen Relngs in Originalgröße vor. Die würden auch nicht aus einem einzigen langen und extrem breiten Brett ausgesägt, sondern aus Einzelteilen zusammengesetzt. Im nachstehenden Bild siehst du etliche kleinere Teile, die alle aus zusammengeleimten Leisten gefertigt sind. Teilweise 4x4mm, 3x1mm etc. manche auch dünner, was immer zu den Teilen passt. Wenn du ein z.B. Teil mit 15mm Breite und 1mm Stärke brauchst, kleb 3 oder mehr Leisten zu einer breiteren zusammen und schneide daraus die benötigte Form. Auch hier gilt, je dünner das Holz, umso feiner muss das Sägeblatt sein. Etwas größer ausschneiden und mit einer Feile nachbearbeiten ist oft auch besser als ganz sehr knapp zu sägen.
Zu den Grätings: schmeiss die Sperrrholzgrätings weg. Bei Krick gibt es ganz gute Fertiggrätings aus Ahornleisten. Wirklich brauchbar sind aber nur die mit 30 x 30 mm, die bestehen aus 1mm dicken Leisten und der Abstand der Ausnehmungen ist ebenfalls 1mm. Damit sind die quadratischen Öffnungen auch 1 x1mm bzw. der Abstand der Leisten gleich der Leistendicke. Bei den Grätings 40 x 40 und 50 x 50 mm sind die Leisten auch 1mm dick, aber der Abstand der Leisten größer, damit ergeben sich zu große quadratisiche Löcher. Für ein Modell im Maßstab 1:64 passen die 30mm Grätings ganz gut. Eine 30 mm Gräting wäre im Original 1920 x 1920 mm, so groß ist keine Gräting. Aus der 30 mm Gräting kannst du dann kleinere nach Bedarf schneiden. 1mm Löcher sind zwar genau genommen auch noch etwas zu groß (im Original sollten die Löcher ca, 40 bis 50 mm sein), aber das fällt nicht wirklich auf und ist erheblich besser als die ausgesägten Sperrholzdinger.
Da gebe ich Klaus vollkommen Recht . Laminieren ist das Mittel der Wahl . Das mache ich bei meinen Modellen genauso . Oft ist es unumgänglich , etwas aus Einzelteilen zu fertigen . Als Beispiel möchte ich hier Knechte mit Scheiben aufführen . Die setze ich aus einzelnen Leisten zusammen . Dort , wo die Scheibe sitzt , kommt auch kein Leistenstück hin . Man muss sich das bildlich vorstellen können , wie man am besten solche Dinge herstellt .
Im Übrigen , Grätings gibt es auch bei GK-Modellbau :
herzlichen Dank für Eure Rückmeldungen und Hinweise! Das eine oder andere davon hatte ich bereits auf dem Schirm, daneben gibt es aber auch sehr wertvolle neue Erkenntnisse. Bei diesem Modell will ich aber z.B. nicht in weitere Teile wie Kaufgrätings investieren. Es dient als quasi-Erstling, lasse ich die Catalina außen vor, zum Probieren, Experimentieren und v.a. Lernen. Da beiße ich mich jetzt weiter durch.
Das nächste Modell wird dann hoffentlich detaillierter, historisch korrekter und modellbautechnisch besser.
Viele Grüße Gunnar
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