Sieht ja alles sehr gut aus. MNn vergesst dass dass ‘nur’ Plastic ist, undzilich klein.
Deiner Frage: Rot oder blau. Sieht beide gut aus. Blau wegen die Abwechslung mit Rot. Das rote ist (im photo) nicht so ‘grob’, und ist deshalb etwas besser im Verhaltnis mit dem Rute.
Und die Frage zum Sonnensegel hast du selbst geantwortet. Ich finde das Sonnensegel vielleicht etwas zu ‘neu’: das weiss ist sehr weiss, das blau sehr blau)…
Ich möchte dem Blau trotz der Einsprüche noch eine Chance geben. Dazu habe ich das Segel an der Rute mit einer Mischung aus Leim, Wasser, dunkelbrauner Gouasche und Spülmittel. Damit hat sich nach meinem Dafürhalten eine deutliche Angleichung der Segel ergeben. Ich fürchte, die Fotos geben das nicht gut wieder. Ich sehe jetzt mal, ob ich mich (in einem positiven Sinne) daran gewöhnen kann.
Das Streifensegel auf der Rückseite abgeklebt und eingesprüht. Das Abkleben funktioniert jetzt einfacher, da die Farbe deutlich durchscheint.
Die bange Frage: Halten sich die „Unterwirblungen" in Maßen? Antwort: Ja, das tun sie. Es ist sicherlich nicht die einfachste Art und Weise, ein Stück Stoff mit gleichmäßigen Streifen auf beiden Seiten zu versehen, in dem man abgeklebt und sprüht. Leider kenne ich überhaupt kein anderes Verfahren.
Nun hat auch die Besan-Rute ein geborgenes Segel. Das dafür verwendete Stück doppelseitig gestreiften Stoffes hatte ich bereits vor fünf Jahren hergestellt. Die Stützen für das Sonnensegel sind mit gestreiftem Stoff gedeckt (aus Tempotuch, vorsichtig bemalt), der vielleicht noch ein bisschen strapazierter aussehen sollte. Wenn ich jetzt noch die improvisierten Taue durch vorbildgetreue ersetzen würde, könnte ich den Bau dieses Modells nach zehn Jahren als abgeschlossen erklären. Eine Schebecke liegt mit geborgenen Segeln im Hafen oder in einer Bucht. Auf einem Diorama dazu könnten ihr Beiboot und andere kleine Fahrzeuge Wasser und Versorgungsgüter vom Land holen.
Aber da ist ja immer noch der Plan, das Schiff vor dem Wind segelnd zu zeigen. Dazu müsste ich noch das Focksegel und den Besan herstellen und in diese ungewöhnliche Position bringen, die man bei Modellen von Schebecken eigentlich nie sieht. Dabei könnte ich mir den Umstand zunutze machen, dass die Ruten mit einem Knebel an ihren Fallen befestigt sind. Dergestalt ließe sich eine Rute mit geborgenem Segel vielleicht ohne allzu große Probleme gegen eine mit gesetztem Segel austauschen – für eine entsprechende Fotosession. Laminatsegel in wesentlich kleinerem Format habe ich jetzt schon öfter mit dem Föhn in dynamische Positionen gebracht. Wird das auch mit einem Segel aus Stoff funktionieren? Und wie soll ich das Segel dafür vorbereiten? Ein Liektau könnte dabei helfen, das Segel in Form zu halten. Aber ich bin mir noch nicht darüber im Klaren, wie ich das Liektau anbringen soll. Kleben mit Sekundenkleber kommt nicht infrage, das habe ich glücklicherweise an einem Reststück ausprobiert, und das hat gar nicht funktioniert. Für Hinweise bin ich dankbar. Schmidt
Ich wage mich jetzt an die weitere Gestaltung des Stoffsegels. Das Material liegt bereit, aber wie damit umgehen? Der Maßstab der Schebecke liegt leider so ziemlich in der Mitte zwischen den „kleinen“ Modellen im Maßstab um 1:150 und den richtig großen Modellen um eins zu 50. Bei den kleinen ist das meiste gefakt, Bahnen, Liektau, etc. Im größeren Maßstab würde ich mir vielleicht zutrauen, ein Segel einigermaßen vorbildgetreu zu nähen. Allerdings habe ich auch bei den Modellbauern der Großen zum Beispiel immer wieder gesehen, dass sie die Nähte der Bahnen durch einfache Nahtreihen mit der Nähmaschine fingieren, statt den Stoff, wie im Original, Z-förmig ineinander zu legen. Jeder fakt in seiner Spielklasse. Ich habe jetzt erste Versuche angestellt, wie ich mit den äußeren Nähten und dem Liektau umgehen soll. Ganz links ist die Naht ungeschlagen und mit Textilkleber verklebt, das Liektau ist angenäht. Die Stiche liegen zu weit auseinander, das will ich gleich mal eingestehen, aber ich bin mir ziemlich sicher, auch bei einer sorgfältigeren Ausführung würde das nicht gut aussehen. Zu viele Details für die Größe! Ich bin ja ein bekennender Zimmermannianer, und vom Meister habe ich gelernt, keine Details anzubringen, die aus normaler Blickentfernung, übertragen durch den Maßstab, eigentlich gar nicht mehr zu sehen sind. In der Mitte ist das Liektau aufgeklebt, aber mit zu viel Textilkleber, der zu stark glänzt. Rechts dann mit weniger Kleber. Vielleicht kann man mit ein wenig Klarlack den Eindruck noch verbessern.
Und hier ein weiteres Problem. Wenn ich den Stoff in der Diagonalen, also nicht parallel zu den Streifen oder im rechten Winkel dazu, umschlage, bekomme ich ein expressionistisches Muster. Das dürfte ja eigentlich auch bei den Originalsegeln so gewesen sein. Aber ich finde, es sieht scheußlich aus. Was tun?
Vielleicht sieht das genähte Liektau nicht gut aus, weil es falsch genäht wurde. Zum einen hast Du gegen die Schlagrichtung des Lieks genäht, d.h. die Keepe im Liek und der Nähfaden kreuzen sich und bilden ein x.
In der Segelmacherei in Lelystad habe ich Segelmacher bei der Arbeit zugeschaut. Die Naht erfolgte mit der Schlagrichtung, so dass der Nähfaden fast in der Keepe verschwand. Außerdem hat der das Liek nicht umfasst, sondern es durchquert. Der Nähfaden war dadurch letztlich fast unsichtbar.
Die Länge eines Stichs kann besser definiert werden, wenn man den Segelsaum durch die Nähmaschine laufen lässt, ohne dass ein Faden eingespannt wurde. Der Saum wird so sehr gleichmäßig perforiert und das eigentliche Annähen des Lieks geht leichter von statten.
Das "expressionistische" Muster am Saum gehört halt mit dazu. Ist der Saum maßstäblich angelegt, was in den kleineren sehr schwierig ist, stört dieses Muster nicht, zumal es das Anschlagsliek ist und unter der Rute kaum noch zu sehen wäre. Stört es doch, ist der Saum wahrscheinlich zu breit. Ab 1:72 würde ich ihn wohl nicht mehr darstellen.
bis denne Willi
Es ist nicht alles falsch, was man nicht versteht.
Die Idee, das Segel ohne Faden durch die Nähmaschine laufen zu lassen ist gut . Ich habe bei ähnlichen Übungen den Stoff dazu außerhalb der Segelfläche auf ein Stück Seidenpapier geklebst, damit es nicht durch den Transporteur verzogen wird.
Aber: wenn man mal annimmt, daß das Garn, mit dem das Liek aufgenäht wurde, 3 mm stark ist, was wohl am oberen Ende wäre, dann müßte man im Maßstab 1:80 ein 0.04 mm dickes Garn verwenden. Das wäre ziemlich schwierig zu handhaben und selbst die feinsten Nadeln würden noch ein zu großes Loch hinterlassen.
Ich würde in diesem Maßstab kleben. Wenn der verwendete Kleber glänzt, kann man das ganze Segel leicht mit Mattlacl aus der Spritzpistole überhauchen.
- War die Farbe im Tuch ist dieses Muster im Prinzip nicht zu umgehen.
- Wurde das Tuch danach (einseitig) bemalt, würde die Problematik nicht entstehen.
Dann noch die Frage, wie weit war überhaupt diese Überlappung. War die in deinem MAßstab überhaupt präsent? Oder so minimal, dass sie unterschlagen werden kann?
Vielen Dank für die interessanten Hinweise und Ratschläge. Wenn Ratschläge darauf hinauslaufen: „Mach in diesem Maßstab lieber nix“, nehme ich sie immer besonders dankbar an. ;-)
Schebecken konnten ein dreieckiges Vorsegel fahren. Auf zeitgenössischen Abbildungen und Plänen kann man das gelegentlich sehen, bei Modellen eher selten. Die Segel wurden höchstwahrscheinlich fliegend gefahren, d.h. nicht an einem Vorstag. Tatsächlich gab es ja auf Schebecken praktisch kein stehendes Gut. Beim Segeln vor dem Wind wäre das vor Segel natürlich obsolet, da es im Windschatten des großen Focksegels läge. Ich habe das entsprechende Segel aus einem Rest des gestreiften Stoffes geschnitten und auf dem Bugsprit festgemacht. Ich habe dafür keine Vorbilder gefunden, aber als Kapitän des Schiffes, der ich ja nun mal bin, finde ich es praktisch. Sollte demnächst wieder hart am Wind gefahren werden, kann das Segel schnell wieder gesetzt werden. Außerdem herrscht an Bord dieses Schiffes eine drangvolle Enge, da kann man froh über jedes Teil sein, das außerhalb der Decks aufbewahrt werden kann. Ich habe das Segel grob zusammengebunden, auf dem Buchsprit platziert und dann mit dünneren Tauen befestigt. Das herausstehende Oberliek ist unter Zuhilfenahme von Sekundenkleber in einer anmutigen Position fixiert.
Das Focksegel ist immer noch nicht ganz fertig, konnte aber zwischendurch schon einmal provisorisch an der Rute befestigt werden. Unter Zuhilfenahme eines Föhns konnte ich mir so einen Eindruck davon verschaffen, wie denn eine realistische Wölbung oder Bauschung des Segels aussehen könnte. Auch bei Rahsegeln an Modellen ist mir immer wieder aufgefallen, dass sie selbst dann steif wirken, wenn ihnen auf irgendeine Art und Weise ein Bauch verpasst worden ist. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist bei Mars- und Bramsegeln wohl nicht so groß, da die Schoten sie eng an die unteren Rahen binden (können). Die großen Untersegel können dagegen höchst unsymmetrische Ballonformen annehmen. Hier der Föhnversuch mit dem Focksegel der Schebecke. Da die Schot zum Schiff zurückgeführt werden muss, ergibt sich eine flaschen- oder schlauchartige Wölbung, die womöglich ein wenig unglaubwürdig aussieht. Tatsächlich aber ist das Material, das ich für das Segel verwendet habe, sicherlich – maßstäblich betrachtet – noch weniger flexibel als das Originalmaterial. Und Physik ist nun mal Physik.
Im Hintergrund des letzten Bildes sind eine Menge Plastikmodellbausätze zu sehen. Frei nach Johann Wolfgang von Goethe: „So manches Werk harrt dort still der Stunde, da des Meisters Hand es zum Leben ruft. Doch frage ich: Wird des Lebens Fluss genügen, um all dies Kunstvoll' noch zu vollenden?“
Viele Grüße Johann
"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es" Erich Kästner
Ne, wird des Lebens Fluss sicher nicht. Ist eine Sammlung wie viele andere auch, bei der der Reiz der Objekte auch schon in ihrer schieren Anwesenheit besteht. Wobei ich, darüber hinausgehend, manch angenehme Viertelstunde damit verbringe, den Inhalt der Kästen zu sichten und das Ergebnis zumindest vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen. ;-) Schmidt
Das Besan-Segel ist so gut wie fertig. Die Nähte sind mit Textilkleber verklebt, die Liektaue mit demselben Kleber aufgeklebt. In einem anderen Forum hat man mir meine Ansicht bestätigt, dass ein Aufnähen der Liektaue in diesem Maßstab nicht angebracht ist. Kaum war das Segel an der Rute, habe ich angefangen, nach seiner richtigen Position zu suchen. Das ist jetzt wirklich ein sehr großer Spaß! Mit den (dunklen) provisorischen Tauen kann ich Rute und Segel in die verschiedensten Positionen bringen, um dann mit dem Föhn zu testen, welche Stellung das Segel bei achterlichem Wind einnimmt. Besonders wichtig ist dabei, herauszufinden, wie die Stellung der Rute sein sollte, damit sie nicht mit der des herabgefiederten Großsegels kollidiert. Wenn man eine Schebecke anders als in Parade-Segelstellung zeigt, wird deutlich, wie eng es an Bord von Schiffen zugeht, deren Segel nicht fix an Masten und Rahen befestigt sind. Mich interessieren solche Darstellungen sehr. Und ich freue mich an dem Spiel, das Segel mittels künstlichem Wind ganz ähnlich bedienen zu können wie die Segel an den echten Schiffen. Die auf den Fotos unten gezeigte Position der Besan-Rute dürfte schon ziemlich nahe am Endergebnis sein.
Das ist die momentane Konstruktion zur „archäologischen Takelung" einer Schebecke vor dem Wind. Eine sehr hilfreiche Professionalisierung besteht darin, dass ich dem Taschenföhn eine Halterung gebaut habe. Hier hat sich mein letztes Lieblingsspielzeug wieder bewährt, der Thermocut zum exakten Schneiden von Hartschaum. Damit ist die Konstruktion einer solchen Halterung eine Arbeit von wenigen Minuten! Der Föhn kann mit einem Schalter unterhalb des Arbeitstisches schnell an- und ausgeschaltet werden. Ich müsste eigentlich ein Video zu zeigen, um zu beweisen, was für ein Spaß es ist, Ruten und Segel unter "Wind" auszurichten. Die Kerben an den Rändern der Arbeitsplattform sorgen für eine schnelle und sichere Befestigung der provisorischen Fallen, Brassen, Halsen, Schoten etc. Ich kann mir so die passenden Belegpunkte suchen, bevor die richtigen Taue befestigt und die Segel unter Wind versteift werden
Nach der Generalprobe jetzt also die Premiere. Besanrute und Segel hängen bereits an einem Mehrfachflaschenzug in der mehr oder minder endgültigen Position. Schoten und Brassen sind auch bereits angebracht, aber noch nicht endgültig belegt. Das wird noch einiges an Trickserei erfordern, denn ich möchte mir ja die Möglichkeit offenhalten, das gesetzte Segel einmal durch ein geborgenes zu ersetzen, um typische Hafenaufnahmen machen zu können. Dazu habe ich bereits das Tau aus dem Flaschenzug des Falls durch ein Loch im Deck ins Innere des Schiffsrumpfes geführt. So hoffe ich, dass Fall absenken zu können, ohne einen komplett neuen Flaschenzug anbringen zu müssen. Time will tell.
Den Unterschied zwischen dem letzten und dem folgenden Bild macht der Fööööhn aus. Das Schot des Besans wird schlussendlich wohl durch einen geflochtenen Draht ersetzt werden, der das Segel in der dynamischen, windgefüllten Position fixiert.
Die Gestaltung des von achterlichem windgefüllten Focksegels ist ein Kapitel für sich, das ich gerne im Zusammenhang präsentieren möchte. Heute der Blick auf einige Details, denen ich mich gewidmet habe, wenn das Takeln einen gewissen Langeweile-Pegel überschritt.
Die leicht geschwungenen Treppen zum Achterdeck sind montiert. Nach ein bisschen gutem Zureden stehen sie jetzt nicht mehr wie zuvor mittig auf den Grätings. Dann habe ich auch die Drehbassen montiert. Quizfrage: Wie viele von den 20 waren nach zehn Jahren noch vor Ort. Richtig: 19. Blöd. Die leere Stelle muss irgendwie getarnt werden.
Das Sonnensegel habe ich im mittleren Bereich in eine Art Fliegenvorhang verwandelt. Man muss ja rein können.
Schon vor fünf Jahren hatte ich dem Beiboot freihändig ein Girlanden-Ornament aufgemalt. Ob meine Hände immer noch so ruhig sind? Jedenfalls waren sie gut genug, um Ruder, Scharniere und Pinne hinzuzufügen.
Eigentlich ist für das Beiboot auf dem übervollen Deck gar kein Platz mehr. Für ein Foto sollte ich es lieber ins Schlepptau nehmen lassen.
Von den Halterungen für die Riemen fehlten gleich zwei. Abgegossen. Mit der farblichen Gestaltung der sehr detailliert ausgeführten Teile bin ich nun allerdings nicht einverstanden. Das ist doch zu sehr (Holz)Ton in (Holz)Ton. Mal sehen, wie ich da etwas Abwechslung hineinbringe.
Soviel für heute. Schmidt wünscht ein schönes Wochenende. Übrigens: Kommentare und Anregungen weiterhin erwünscht.