ich habe Anfang Juni mit dem Bau der "Scheibe" der Bonhomme Richard in 1:48 begonnen und viel Spaß daran. Aber es ist learning by doing, denn bei Schiffen bin ich nicht so zu hause. Vieles von dem, was ich jetzt schon verbaut habe, würde ich beim nächsten mal anders machen. Und ein "nächstes mal" steht schon in der Werkstatt: Der Bausatz für das komplette Modell! Für den würde ich gerne einen separaten Baubericht verfassen, da die Bauweise ja komplett anders ist und ich dort andere Probleme und Fragen haben werde. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn ich hier viele Tipps und Anregungen erhalten könnte.
Die "Cross Section" beinhaltet einen Plan und eine sehr mäßige, bebilderte Anleitung mit schlechten Fotos. Ist aber soweit ausreichend. An einigen Stellen widersprechen sich Plan und Beschreibung. Die "Scheibe" besteht aus 9 Spanten, diese aus jeweils 16 Einzelteilen. Die Passform ist gut, allerdings ist der Laser nicht immer rechtwinklig durch das Holz gegangen. Etwas Nacharbeit ist also erforderlich, sonst hält ja auch der Kleber nicht. Ich habe die Teile mit Sekundenkleber (auf Folie) auf einer geraden Tischplatte verklebt. Geht soweit gut. Ausgerechnet bei den jeweils äußeren Spanten musste ich beim Verkleben noch mal neu ansetzen und habe nun etwas größere Spalte. Ärgerlich!
Die Spanten werden auf der Helling positioniert und mit Abstandshaltern verklebt. Da die Spanten recht dünnen auslaufen und damit noch biegsam sind, ließen sie sich gut zueinander ausrichten. Die gelaserten Oberflächen habe ich jeweils vorher schon grob verschliffen. Man erhält also relativ zügig eine Kontur des Modells, die nun "gefüttert" werden muss...
Grüße Willi
elektrowilli
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Hallo und herzlich Willkommen hier im Forum, Willi! Das sieht ja schonmal vielversprechend aus und bin gespannt auf deinen Baubericht. Hier im Forum gibts genügend sehr tolle und erfahrene Kollegen, die dir sicher bei dem ein oder anderen Problem weiterhelfen werden!
Hallo Willi Mit der BR hast Du Dir ja richtig was vorgenommen. Ich bau sie nach Plänen von Boudriot und bin inzwischen relativ vertraut mit dem Schiff. Wenn Du Fragen hast einfach mal melden. Noch eine Frage. Ist bei dem Bausatz eigentlich ein Takelplan dabei. Der Teil ist für mich am anspruchsvollsten. Hab jetzt gerade das stehende Gut fertig und nun geht’s an die Rahen und das laufende Gut Norbert
In der Werft: Bonhomme Richard im Maßstab 1:75 Hanseschiff nach Plänen von Winter Galeere La Capitana die Venetia Venetianisches Kauffahrtschiff Santa Elena Schlachtschiff Bismarck 1:200 Mehrzwecklandungsboot Tümmler Barbe Klasse Typ 520 1:50 während meiner Dienstzeit auf dem Boot
@Norbert: Für die "Cross Section" gibt es nur einen Plan (Bild1) und zu takeln gibt es hier ja nichts (zum Glück). Anders bei dem kompletten Modell! Ich werde noch mal versuchen, bessere Fotos von den Plänen zu machen. Die stelle ich dann in dem anderen Baubericht ein.
Für meine Scheibe habe ich mir einen stabilen Modellständer gebaut und mit dem Modell verschraubt. Hierzu habe ich zwei M3 Einschlagmuttern (Messing, Typ TS) verpresst. Natürlich an Stellen, wo sie später verdeckt sind. Ich kann das nur empfehlen, da sich das Modell so ganz anders händeln lässt. Ich habe z.B. nach Lösen des Modells von der Helling festgestellt, dass ich eine minimale Verwindung in meiner Scheibe habe. Durch Distanzstücke im Modellständer konnte ich das Modell in Form drücken. Wenn innere und äußere Beplankung drauf ist, sollte das in der richtigen Position gefixt sein. Das geht aber nur, weil ich durch die Verschraubung mit dem Ständer Druck ausüben kann.
An einer Planke habe ich erste Nagelversuche unternommen. Ich habe mich für die Zahnstochervariante entschieden. Erste Bohnungen habe ich mit 1mm gemacht und mich dann an 0,8mm gewagt. Nach Eintreffen orderntlicher Schaftbohrer sind es jetzt 0,6mm geworden. Die Zahnstocher habe ich 24h in dunkler Beize ziehen lassen. Der Kontrast ist relativ stark, vielleicht muss ich (bei meiner kompletten BHR) hier noch entschärfen. Gelernt habe ich auch: Bambuszahnstocher sind doof, die nehmen die Beize nicht an. Also Holzzahnstocher verwenden!
Für die Aussparungen der Geschützpforten habe ich mir eine Vorrichtung für eine Mini-Fräse gebastelt. Zumindest für die horizontalen Schnitte geht das recht gut. Mal sehen, wann die Minikugellager bei der radialen Belastung den Geist aufgeben.
Grüße Willi
elektrowilli
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mit den Geschützpforten war ich unsicher. Der Plan ist hier widersprüchlich bzw. falsch. Ich habe die Rahmen (die vermutlich eine korrekte Bezeichnung haben) als einfachen Vierkantrohr-Stummel verklebt, ohne seitliche Aussparungen der horizontalen Teile. Von außen ist es wohl korrekt, ihn zu überplanken. Dort, wo eine Pforte ist (Geschützdeck). mit einem Absatz als Anschlag. Innen soll die Beplankung offensichtlich an diesen Rahmen gegengearbeitet werden. Wenn man hier nicht super genau arbeitet, hat man hässlichen Spalte. Ich habe es mir daher einfach gemacht, die Rahmen innen plan geschliffen und auch überplankt. Beim nächsten mal würde ich versuchen, es korrekt zu machen.
Ein zweiter Fall für beim "nächsten Mal besser" sind die Berghölzer. Der Bausatz enthält für alle Planken Kirsche. Die Berghölzer sollen schwarz gestrichen werden. Wollte ich nicht. Habe daher versucht, sie dunkel zu beizen. Vor dem Verkleben und nach dem Schleifen am Modell. Hier muss man sehr aufpassen, nicht die Nachbarplanken zu versauen. Nächstes mal würde ich dunkles Holz nachkaufen. Habe letztens Eiche geräuchert bestellt - die hätte farblich gut gepasst.
Unsicher bin ich mir immer noch mit der richtigen Baureihenfolge. Ich habe mich entschlossen erst komplett zu beplanken, dann kann ich auch den "inneren Spant" einziehen. Und die Decks will ich von unten nach oben komplett im Rumpf aufbauen. Andere bauen sie wohl außerhalb und ziehen sie komplett ein.
Ich habe den Bausatz mit dem Kit für Pumpenhaus, Kabinen und Tonnen erworben. Die Scheibe wird also ziemlich voll. Ansonsten will ich Teile des Modells offen zeigen. Hier gibt es ja schöne Anregungen im Netz. Grüße Willi
elektrowilli
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weitere Beplankung und erste Reling. Für das Setzen meiner Zahnstocher habe ich mir eine Schablone gefräst und jede Planke vor dem Aufbringen gebohrt, "genagelt" und grob verschliffen. Bild 27 ist daher nicht die Regel, hier hatte ich im Eifer die Zahnstocher vergessen. Die findet man jetzt übrigens im ganzen Haus. Was wird das erst bei meinem kompletten Modell!? Für die Zierleisten liegt dem Bausatz eine Ziehklinge bei. Hab mich aber doof angestellt und letztendlich doch Dremel und Dreikantfeile verwendet
Grüße Willi
elektrowilli
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"Wenn man nur einen Hammer hat, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus." Ich habe jetzt sämtliche Nagel-Imitate mit 0,6mm gebohrt und den gleichen gebeizten Zahnstochern gefüllt. Egal ob Außenbeplankung oder der Bretterverschlag vom Pumpenhaus. Nicht sonderlich virtuos. Dünner als 0,6 traue ich mich nicht zu bohren. Ich könnte zum Teil weniger stark gebeizte Zahnstocher verwenden. Reicht einfaches Anpieksen mit der Nadel? Bin für Ideen offen.
Das Pumpenhaus geht über zwei Decks. Ich hätte es eigentlich am Stück bauen sollen, das schien mir aber nicht sinnvoll. Habe es also geteilt...
Grüße Willi
elektrowilli
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noch mal eine Frage zum Thema "Nageln". Hier bin ich immer noch unschlüssig, was die sinnvollste Methode ist. Für meine "Scheibe" hier ist das Thema durch, aber für das komplette Modell habe ich noch keine Entscheidung getroffen. Vom Hersteller selbst gibt es recht schöne Bau-Tutorials: https://shipsofscale.com/sosforums/threa...on.16468/page-6 Unter #115 sind sie verlinkt. U.a. wird auch das "Nageln" beschrieben. Bohren, dünner Messingdraht, Sekundenkleber, Abkneifen, Schleifen. Spätestens das Schleifen stelle ich mir mit den spitzen Messingsdrahtenden schon mal nicht so schön vor. Und dann? Dann habe ich goldene Nagelköpfe? Soll man die dann einzeln nachbrünieren? Im Tutorial sieht es so aus, als würde man die Nägel goldfarben belassen. Geht doch nicht, oder?
Ich habe meine Kanonen brüniert. Ziemlich nassforsch mit den Mitteln, die ich da hatte. Den Beitrag über das Brünieren hier im Forum hatte ich erst später entdeckt... Da ich zu faul zum Anschleifen war, habe ich sie kurzerhand geätzt. Danach direkt in die Brünierung. Besser wäre wohl gewesen, ich hätte dazwischen noch einen Spülgang eingelegt. Jedenfalls sind sie nach dem Abreiben leicht fleckig geworden. Könnte man notfalls noch mal machen, aber eigentlich sieht das gar nicht mal so schlecht aus.
Ein "Diorama" habe ich gebaut. Hauptsächlich, um schon mal meinen Claim im Wohnzimmer für das Modell zu reservieren. Unicorn zeigt Abbildungen, die ich als grobe Vorlage genommen habe. Sand und Steine waren jetzt komplett neue Werkstoffe für mich im Modellbau. Und meine ersten gebauten Fässer habe ich auch gleich für die Werft missbraucht.
Die Bereiche, in denen nichts mehr groß verklebt werden muss, habe ich schon mal geölt (Hartwachsöl), später kommt man ja kaum noch ran. Hier muss man aufpassen: Die erste Ölschicht ist matt. Kommt man nach dem Trocknen noch mal drauf, dann glänzt es. Muss man sich also überlegen, wie man die "Stöße" am unauffälligsten setzt.
Grüße Willi
elektrowilli
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Hallo Willi Zum Thema Nageln hier mal meine Überlegungen dazu:
Dazu gilt es, sich darüber klar zu werden, was ich eigentlich will. 1. Will ich ein möglichst realistisches Bild zeigen, oder 2. spielt Realismus schon irgendwie eine Rolle, aber ich will darüber hinaus auch etwas von mir zeigen. Zu 1) sollte man m.E. bei Maßstäben kleiner als 1:48 auf die Darstellung der Nagelung verzichten. Bei Replikas, wie z.B. die Hermione, oder die Batavia sind Nägel und Bolzen selbst dann kaum zu erkennen, wenn man schon recht nah davor steht. Meist verschwinden sie ohnehin ganz unter einer dicken Farbschicht. In 1:48 stellt ein MS-Drahtstück mit 0,5mm Durchmesser in entsprechender Bohrung bereits einen Nagelkopf von 24mm Durchmesser dar. Die hat es sicher gegeben, stellt für mich aber eine Grenze dar. 0,4mm lässt sich auch noch handhaben, ab 0,3mm wird's kritisch. Messingdraht ist dann schon so weich, dass man ihn nur unter großen Schwierigkeiten in eine passende Bohrung bekommt (jedenfalls geht's mir so), und will man sich das wirklich antun. Bei so einer Nagelung reden wir von mehreren Tausend Stück!
Zu 2) Hier spielt Realismus erst die zweite Geige. Was den Maßstab angeht, gilt das zu 1) gesagte ebenfalls, aber die Darstellung der Nagelung entspricht einer uralten Modellbautradition, man schaue sich nur das zeitgenössische Modell der HMS Prince von 1670 in London an.
Man kann die Nagelung auf sehr unterschiedliche Weise darstellen: -mit kleinen Holzdübeln (gezogen oder z.B. Zahnstocher) -mit farbigem Wachs o.ä. gefüllte Bohrlöcher -mit (Messing-)Drahtstücken in Bohrlöchern -mit Farbtupfen (nur der Vollständigkeit halber aufgezählt). Da Du es hinterfragt hast, das Schleifen der Messingdrahtstückchen ist kein Problem und der goldene Schimmer verschwindet nach ein paar Wochen wieder. Beim Rumpf meiner l'Anémone habe ich Messing (0,4mm) verwendet
und vielen Dank an Willi! Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich erst jetzt gelesen habe, dass früher im Unterwasserbereich tatsächlich nicht mit Eisen genagelt wurde. Somit wäre Messing nicht mal ein artfremdes Material. Wieder was gelernt. Ich möchte auf keinen Fall auf das "Nageln" verzichten. Wobei ich nicht ausschließen kann, dass ich diesen Satz noch bitterlich bereue: Bei der kompletten Bonhomme könnten alleine für die Außenbeplankung 25.000 Nägel zusammenkommen. Für die Außenbeplankung könnte 0,6mm bei dem Maßstab sogar einigermaßen passen. Ansonsten werde ich mich mal mit dem Bohren an 0,5 und 0,4mm herantasten. Mal sehen, ob die Zahnstocher überhaupt so spitz sind... Stand heute würde ich auf Farbe gerne verzichten, dafür ist das Holz einfach zu schön.
Kann man am Bau von 48 Tonnen Spaß haben? Für mich doch eher eine Arbeit, die ich hinter mich bringen möchte. Weiß auch noch nicht, ob ich tatsächlich alle 48 Stück bauen werde. Ansonsten Pumpenhaus und die Kabinen.
Grüße Willi
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Zitat von elektrowilli im Beitrag #11Kann man am Bau von 48 Tonnen Spaß haben? Für mich doch eher eine Arbeit, die ich hinter mich bringen möchte. Weiß auch noch nicht, ob ich tatsächlich alle 48 Stück bauen werde. Ansonsten Pumpenhaus und die Kabinen.
Spaß konnte ich nicht erkennen, interessant war es aber allemal!
Meine Scheibe hat ein Öfchen bekommen. Für die Schamottsteine habe ich erstmalig Fimo-Knete verwendet, was erstaunlich gut geklappt hat. Ansonsten das nächste Deck. Für die Kalfaterung (vor wenigen Wochen hätte ich noch geleugnet, dass es ein solches Wort gibt) verwende ich übrigens dicke selbstklebende Folie, die bereits in Streifen geschnitten im Reich der Mitte angeboten wird.
Grüße Willi
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hier nun auch die letzten Fotos meiner "Scheibe". Mit der hatte ich ja bereits im Juni begonnen und die Baufortschritte hier im Zeitraffer gezeigt. Letztes Foto entspricht Stand heute. Demnächst gibt es mal ein Gruppenfoto mit dem "Vollschiff".
Grüße Willi
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