hier nun also mein zweiter Baubericht. Der Bausatz kommt in drei Kartons. Es sind 8 Pläne und eine bebilderte chinesische Bauanleitung enthalten. Ich werde mich wohl schwer tun, alle benötigten Informationen herauszulesen. Das Spantengerüst ist aus gelasertem Sperrholz mit guter Passform. In den Kiel habe ich mal zwei Einschlagmuttern M4 verklebt - haben ist besser als brauchen. Ansonsten ist das Fachwerk schnell errichtet und gut 2kg Holz verbaut. Als Flugmodellbauer schön, mal nicht auf Gewicht achten zu müssen. Die letzten Spanten im Spiegelbereich sind nicht durch ein "Fachwerk" stabilisiert. Hier war ich mit dem Verkleben zu sorglos und habe schon die erste Verwindung gebaut. Mit seitlichen Stabilisierungshölzern konnte ich das aber leidlich wieder in Form zwingen. Das Geschützdeck ist nicht durchgehend. Lediglich die letzten drei Geschützpforten sind geöffnet und bestückt. Eine derartige Konstellation wird es in der Praxis wohl nie gegeben haben, ich werde es aber so belassen. Andernfalls könnte man sonst das Hauptdeck erst sehr spät einsetzen und hätte dann immer noch sehr früh die "verloren eingebauten" Kanonen aus dem Rumpf zu ragen.
Frage 1: Ich würde das Geschützdeck unbehandelt (also ohne Beplankung / Nägel) verkleben wollen. Es ist nur durch die Geschützpforten zu sehen und komplett im Dunkeln. Gibt es hier Widerspruch? Frage 2: Baureihenfolge für das Hauptdeck. Es besteht aus vier Einzelteilen und muss längs geteilt durch den noch offenen Spiegel eingebracht werden. Die Baubeschreibung sieht vor, das Deck vor Einbau komplett zu beplanken , dann die Spiegelspanten, dann die Außenbeplankung. In einem Nachbarforum habe ich gesehen, dass erst der Rumpf (vollständig!)beplankt wurde, dann die Hilfsbalken entfernt und dann erst das Deck eingezogen wurde. Mir schwebt eine dritte Variante vor: Ich würde das Hauptdeck "unbehandelt" verkleben und erst später beplanken. So könnte ich den sonst wohl unvermeidlichen Beplankungs-Spalt zwischen den Deckshälften vermeiden, bekomme früh zusätzliche Stabilität in den Rumpf, habe keine endbehandelten Flächen, die ich schützen muss und Platz für eine spätere Beplankung gibt es im Rumpf allemal. Ist das praktikabel? Habe ich etwas übersehen?
Die Fotos zeigen den aktuellen Baufortschritt.
Grüße Willi
elektrowilli
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da hast du dir ja ein Projekt vorgenommen, bei dem auch erfahrene Schiffsmodellbauer Unstimmigkeiten ausgleichen müssten. Hier im Forum wirst du auf deine Fragen sicherlich auch Antworten und Hinweise erhalten. Die Bonhemme Richard war auch mein erstes Modell, an das ich mich im ScratchBau herangewagt und vollendet habe.
Also weiterhin viel Freude und Ausdauer beim Basteln
auf der Werft: HMS Sphinx 1/ 48 ( Navy Board Model ) in Planung : L'Amarante 1/36
bei der Decksbeplankung habe ich immer gute Erfahrungen gemacht, wenn ich das ausserhalb des Rumpfes bewerkstelligt habe. Vorteil ist, das man mehr Platz zum arbeiten hat und bei Fehlern unkompliziert Ersatz schaffen kann. In dem Maßstab ist das Arbeiten im Rumpf eine schöne Fummelei. Ich habe immer mittig geteilte Pappschablonen (leichter beim Einbauen) angefertigt, auf die dann die Plankenverläufe aufgezeichnet wurden. Begonnen habe ich aussen und dann wechselseitig bis zur Mitte gearbeitet. Auf der Decksmitte gibt es einige Unterbrechungen durch Niedergänge etc. an denen der Plankenverlauf unterbrochen ist. Hier lassen sich Abweichung leichter ausgleichen und fallen nicht so auf.
vielen Dank für dein Feedback! Ich schwanke noch. Das Hauptdeck außerhalb des Rumpfes zu beplanken hat große Vorteile. Ich habe nur Angst, es beim Einbau oder hinterher wieder zu versauen. Ich muss erstmal schauen, was überhaupt an Plankenmaterial vorgesehen ist und ob sich das eventuell vor der Verklebung schon "nageln" lässt. Wenn weiterhin kein Widerspruch eingeht, würde ich morgen das Geschützdeck unbeplankt verkleben.
Ansonsten hat der Bug seine Aufdoppelung erhalten und der Modellständer ist aufgebaut, geölt und beschriftet. Die Richtungspfeile sollen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, das Modell korrekt auf den Ständer zu setzen:-)
Grüße Willi
elektrowilli
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da hast du dir ja ein Projekt vorgenommen, bei dem auch erfahrene Schiffsmodellbauer Unstimmigkeiten ausgleichen müssten. Hier im Forum wirst du auf deine Fragen sicherlich auch Antworten und Hinweise erhalten. Die Bonhemme Richard war auch mein erstes Modell, an das ich mich im ScratchBau herangewagt und vollendet habe.
Also weiterhin viel Freude und Ausdauer beim Basteln
@den anderen Matthias: Vielen Dank! Und wenn du noch Fotos von deiner Bonhomme Richard hast, kannst du die gerne hier posten!
danke für den Klick, das hilft mir sehr! Wassergang, Leibholz, Fischung, Balkenbucht... - und das in meinem Alter! "Hier teilen sich die Schüler in zwei Gruppen auf" habe ich noch am besten verstanden...:-)
Ich habe jetzt den "bestückten" Teil des Geschossdecks verklebt ("hybrid" mit Ponal und Sekundenkleber). Unbeplankt - es gab ja keinen Widerspruch. Das ging soweit gut, hat aber meinen Respekt vor dem Hauptdeck verstärkt. Hier sind sehr viele Klebestellen gleichzeitig im Spiel und das Deck muss überall niedergehalten werden. Ponal zieht hier vermutlich zu schnell an. Wäre Fermacell Estrichkleber eine Alternative? Der braucht länger und quillt. Da bräuchte man nicht straken (kleiner Scherz!).
Ich denke, dass ich das Hauptdeck unbehandelt verkleben werde. Die Planken nachträglich ordentlich aufzubringen, traue ich mir zu. Und eine aufwendige Fischung wird im sichtbaren Bereich des Decks wohl auch nicht erforderlich sein, hier läuft ja alles weitgehend parallel. Der Bauplan sieht im Übrigen überhaupt keine Fischung vor. Aber versuchen würde ich das schon gerne mal. Ich muss jetzt mal schauen, was ich noch an Hilfsklötzchen einkleben kann. Im jetzigen Zustand lässt sich das Hauptdeck im hinteren Teil jedenfalls nicht straken.
Ich habe versucht, noch mal ordentliche Fotos von den mitgelieferten Plänen zu machen. Keine Ahnung, warum die so blaustichig geworden sind. Wenn jemand Detailfotos möchte, bitte melden.
Grüße Willi
elektrowilli
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also, ran an´Sarg und mitgeweint! Ich habe das Hauptdeck verklebt (unbeplankt) und bin zufrieden mit meinem Werk. Um die Spanten im Heckbereich für das Deck besser straken (mein neues Lieblingswort) zu können, habe ich zwischen die Spanten Sperrholzreste geklebt. Das ist nun ausreichend steif.
Die vier Deckteile haben Aussparungen für die Mallen (korrekter Begriff?), diese wiederum Aussparungen für das Deck. Da die Baubeschreibung von einem vollständig beplankten Deck ausgeht, habe ich einen 1mm breiten Spalt. Um das Deck ordentlich verkleben zu können, habe ich nun 1mm dicke Leistchen quasi als Niederhalter verklebt. Bei der Gelegenheit ist mir aufgefallen, dass Kleber sehr schlecht auf dem Deck haftet. Die Oberfläche ist wie eingeölt.
Das Deck habe ich in Etappen verklebt. Erst hinten, dann vorne. Als zusätzlichen Fixpunkt habe ich jeweils einen Hilfsmast gesetzt. Die vorderen Decksteile mussten an der Fügestelle minimal verschliffen werden, sonst hätte der Mast nicht gepasst. Insofern bin ich sehr froh, dass alles mit dem rohen Deck gemacht zu haben. Die weiteren Decks können dann beplankt eingebracht werden.
Die erwähnten Aussparungen der Mallen im Deckbereich stellen für mich eine Sollbruchstelle für das komplette Schanzkleid dar. Auch wenn das vollständig beplankt ist. Hier habe ich umlaufend einen Sperrholzstreifen verklebt. Nun ist mein Gewissen beruhigt.
Nachdem das Deck drin ist, konnten nun die restlichen Teile für den Spiegel verklebt werden.
Grüße Willi
elektrowilli
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ich habe die Spanten nun weitgehend gestrakt und die ersten Planken geklebt (Yeah!). Die Unterbeplankung ist aus 2x6mm Abachi, darauf kommt dann 1x7mm Kirsche. Laut Bebilderung hätte ich mit dem Spiegel beginnen sollen. Da dieser aber mehr oder weniger freischwebend ist und sich so nicht straken lässt, habe ich diesen erst durch Längsplanken stabilisiert.
Die Aufdopplung am Bug ist für das Straken wenig hilfreich. Hier musste ordentlich gespachtelt werden. Als Hilfe zum Anspachteln habe ich kleine Streifen aus GFK verklebt.
Folgende Fragen: 1. Ich gehe davon aus, dasss später einiges an Ösen und Klampen auf das Hauptdeck kommt. Reicht die Dicke des beplankten Decks von ca. 3mm aus, um die sicher verkleben zu können? An die äußeren Deckbereiche komme ich von unten noch ran und könnte aufdoppeln, um mehr Fleisch zum Kleben zu haben. Wird da später viel Zug auf den Ösen und Klampen sein? Teilweise könnte man verstiften... 2. Die Abstände zwischen den Spanten sind teilweise sehr groß. Gerade im Kielbereich, wo der Rumpf wenig gewölbt ist, wird die Beplankung wenig druckfest sein. Ich würde den Rumpf also gerne "füllen". Quick and dirty ist mir Bauschaum eingefallen. Da gibt es eine Variante, die einigermaßen druckfest ist. Balsa wäre eine weitere Variante, man bräuchte aber sehr viel davon und muss aufwendig straken. Als Kompromiss schwebt mir das Auffüllen mit Styrodur-Streifen vor. Straken könnte man dann vielleicht sogar mit Heißdraht. Verkleben der Spanten würde ich mit Sekunde oder Ponal auf den Spanten und dem leicht blähenden Estrichkleber auf dem Styrodur. Meinungen? 3. Muss ich noch irgendwas für die Mastfüße tun? Frage kommt eigentlich zu spät, weil das Deck schon drauf ist...
Grüße Willi
elektrowilli
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würde nicht mit GFK Spachtel arbeiten. Wenn Du Holzkitt verwendest geht das Beplanken mit Holzleim besser.
zu 1 Die Decksstärke reicht mit 3mm. Bei Zugbelastung ist sowieso eine Verstiftung von Vorteil.
zu 2 die Spanten würde ich mit Weichholz auffüllen. Einfach in der Suchleiste "gefüllter Augsburger" eingeben. Oder den Baubericht pur von Tarjack / Robert mal Phantom durchblättern.
zu 3 eine Aufdopplung um die Spanten machen, damit genügend Festigkeit für den Mast ist. Am besten dann, wenn möglich, mit einem Alu- oder Messingrohr versehen.
Vielen Dank an Frank und besonders an Robbi für die präzise Beantwortung meiner Fragen!
Den Link zur Phantom hatte mir Robert ja schon weiter oben geschickt, war sehr nützlich für mich. Der von mir verwendete 2K-Spachtel wäre für Ponal tatsächlich ungünstig. Ich bin gedanklich aber irgendwie immer bei Sekundenkleber. Und der hält super auf dem Spachtel! Die "gefüllten Augsburger" suche ich noch mal. Mit dem Styrodur habe ich aber noch nicht abgeschlossen, hier werde ich mal eine Probefläche beplanken. Für Rohre als Mastfuß ist es schon zu spät, oder ich müsste einen Zapfen an den Mast drehen. Aber so etwas wie ein Vierkantrohr müsste ich durch Aufdoppeln von Holzbrettchen noch hinbekommen. Für die Masten liegen dem Bausatz übrigens je 4 quadratische Leisten bei, die verklebt und anschließend rund geschliffen (oder gedreht??) werden müssen. Man könnte ihn unter Deck natürlich als Vierkant im Mastfuß stehen lassen. Ist vermutlich sogar so gedacht?
Es sind noch ein paar Hilfsmittel eingetroffen. Der kleine Winkel ist super, den hätte ich schon früher haben sollen. Auch den "Plankenbiege-Lötkolben" habe ich schon ausprobiert, funzt. Und die Bohrhilfe für mittige Bohrungen in Rundmaterial macht auch einen guten Eindruck. Dann habe ich auch noch viel Geld für zwei alte Bücher ausgegeben. Ich komme vermutlich auch nicht drum rum, Buch und Pläne von Ancre für die BHR zu erweben. Das wird auch noch mal ein ordentlicher Posten. Also wenn sich hier jemand von diesem Werk trennen möchte...
elektrowilli
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Du baust gerade ein Schiff französischen Ursprungs. Daher ist der Goodwin als Sekundärquelle nicht die beste Wahl. "The seventyfour gun ship" von Boudriot bietet Dir für dein Vorbild die zuverlässigeren Infos.
Gruß Christian
in der Werft: Cutter Alert, 1777, HM Sloop Fly, 1776 - 1:36 auf dem Zeichenbrett: Cutter Alert, 1777, HM Sloop Fly, 1776, HM Fireship Comet, 1783, HM Boomb Vessel Aetna, 1777
Pause: HMS Triton, 1771 - 1:48
"Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen." "Habe keine Angst vor der Perfektion - Du wirst sie nie erreichen" Salvador Dali
ein Tipp von mir, baue den Bausatz nach dem Plan vom Bausatz. Wenn Du den Plan von Ancre mit einbeziehen willst, kommst Du vom 100 in 1000. Es passt alles irgendwie nicht. Für den Anfang, bauen und Erfahrung sammeln und ganz wichtig fertig bauen. Beim nächsten Modell kann man dann aus der Erfahrung vom ersten Werk und mit besseren Unterlagen weitermachen. Aber wie gesagt ist mein persönlicher Tipp.