Schaben! „Schaben“ heißt das Zauberwort! Nicht die Viecher in der Kombüse, sondern die Tätigkeit!
Es gibt sicherlich Menschen, die die Tätigkeit des Schleifens lieben, wohl als eine Art meditativen Akts. Ich beneide diese Menschen. Natürlich hatte ich auch den „Mayflower“-Rumpf satt mit Spachtel überzogen. Nachdem ich gefühlt ca. 3 qm 100er-Schleifpapier verbraucht hatte (im Garten und natürlich mit Maske, diesen Fehler mache ich nicht!), keimte in mir ein gewisser Haß auf diese Welt auf. Es gab immer noch zu viel Unregelmäßigkeiten bzw. Spachtel auf dem Rumpf (s. „Tuschierfarbe“ in Das Beiboot – Teil 2). Bis ich zufällig über meinen Multiradius-Schaber „stolperte“. Was für ein Spaß, damit „flutschte“ es plötzlich! Und staubte viel weniger!
Abbruch, Abbruch! Zu diesem Zeitpunkt ereilte mich der ausgezeichnete Vorschlag der doppelten Beplankung von Klaus. Somit war es nun völlig ausreichend, eine glatte, gleichmäßige, quasi mathematisch stetige Rumpfoberfläche zu erhalten, Spachtelreste spielten keine Rolle mehr. Es geht nun erst einmal nach weiter oben, das Deck, die Deckaufbauten und dann eben auch die oberen Seitenwände/das Schanzkleid sind nun zu montieren.
Viele Grüße Gunnar
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Für den Boden, die Riemen und weitere Details gab es natürlich nichts aus dem Bausatz, damals waren Ätzteile noch ein Traum. Das mußte ich alles aus Blech, Draht usw. selbst herstellen. Für die Riemen z.B. nutzte ich Messingdraht mit 1 mm Durchmesser, für die Wurmfortsätze (keine Ahnung, wie die seemännisch heißen), also die Griffenden, Draht mit 0,5 mm Durchmesser und für die Blätter Messingblech mit 0,3 mm Stärke. Hätte ich meine Drehbank aktuell zur Verfügung, hätte ich die Wurmfortsätze abgedreht. Nachdem das Bohren eines 0,5 mm-Loches in einen 1mm-Draht eher schwierig ist (ich habe es wenigstens versucht), habe ich den Wurmfortsatz stumpf aufgelötet. 0,2 mm2 sind etwas wenig für eine Klebeverbindung. Das Ruderblatt wurde dann mit Sekundenkleber befestigt, damit sich die Wurmfortsatz-Lötung nicht wieder löst.
Auf ähnliche Weise entstanden der Bootshaken und auch der Anker.
Letzterer gefiel mir aber nicht so recht. Ich hatte mir einen „vierschwänzigen“ eingebildet, aber dadurch wurde er gefühlt zu groß und auch meine Ausführung war mir etwas zu klobig.
Deshalb habe ich noch einen „zweischwänzigen“ erstellt, dieses Mal aus 1 mm-Messingblech, zurechtgefeilt, mit 0,5 mm-Bohrung und zwei Spitzen versehen.
Nun muß ich etwas beichten: in „Das Beiboot – Teil 1“ hatte ich arglistig und böswillig verschwiegen, daß durch die 1 mm dicke Beplankung der Kiel zwischen den Planken „verschwunden“ war (man kann dies auf den Fotos dort erkennen). Zunächst wollte ich dies so lassen, weil man das ja nicht sehen würde. Aber die Pein des schlechten Gewissens (und daß das Boot auf seinem Ständer keinen richtigen Halt fand) trieb mich dazu, mit einem schönheitschirurgischen Eingriff einen neuen Kiel zu transplantieren, wohl wissend, daß das die Kasse nicht zahlen würde. Vor dem letzten Schliff und der farblichen Behandlung:
Und danach:
Zuletzt habe ich den Ständer etwas modifiziert, da der Bauplan nur zwei Sperrholzbrettchen vorsah:
ich wäre so anmaßend zu behaupten, ihn optimiert zu haben:
So, und hier nun das fertige Böötchen, welches dann hoffentlich irgendwann seinen Platz auf der „Mayflower“ einnehmen wird:
Im Vergleich zu der sonst hier im Forum gezeigten Modellbaukunst ist das alles zwar wie ein nasser Pups in der Hose, aber ich bin nicht völlig unzufrieden mit dem Ergebnis.
Viele Grüße Gunnar
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Herzlichen Dank für die zahlreichen "gefällt mirs"! Momentan arbeite ich an den Aufbauten usw. für die Mayflower, das ist wenig spektakulär und wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Demnächst in diesem Theater...
Viele Grüße Gunnar
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Vor der zweiten Beplankung galt es nun erst einmal gemäß Anleitung das Hauptdeck, die Aufbauten und die anderen Decks zu montieren, damit nachfolgend die Bordwände angeklebt werden können. Abgesehen von der Beplankung werde ich mich ansonsten weitgehend an den Graupner-Plänen und der Bauanleitung orientieren. Zwar sind diverse, strukturelle Unterschiede zu anderen Mayflower-Modellen offensichtlich. Z.B. ist das Kanonendeck hier „Unterflur“, bei anderen Modellen stehen jene im offenen Bereich. Oder, in „Model Mariners“ Fassung liegen die unteren Barkhölzer eng übereinander, hier ist der Abstand größer. Vermutlich sind die anderen Fassungen näher am Original, aber wenn ich das alles abändern wollte, wäre es einfacher gewesen, alles selbst anzufertigen, statt einen Bausatz als Grundlage zu nutzen.
Eigentlich sollen die Kanonen erst ganz zum Schluß durch die Stückpforten hindurch geführt und auf das Unterdeck geklebt werden. Da ich größte Zweifel hegte, daß das gut funktionieren könnte, habe ich das lieber vorgezogen und die Kanonen vor Hauptdeckmontage montiert. So konnte ich sie hochseefest (meine Priorität, s. vorher) festspaxen. Das ist zwar für das Rückholen zum Rohrputzen und Nachladen nicht optimal, aber das Leben ist ein Kompromiß. Wie in der Anleitung vorgesehen, habe ich sie in vorderster, also Schußposition festgeschraubt. So war die „Mayflower“ vermutlich eher selten unterwegs. Ich wollte sie aber in jener Situation darstellen, als sie A.D. 1618 vor Malaga durch Rackham den Roten mittels seiner Schiffe „Schwarzer Falke“ und „Jolly Roger“ in die Zange genommen wurde. Nur durch die gleichzeitige Abgabe von Breitseiten steuer- wie backbords konnte Kapitän Christopher Jones mit ihr damals gerade noch entkommen! Das die vorwitzigen Kanonenrohre für die Rumpfarbeiten nicht zwingend hilfreich sind, war mir auch klar. Bislang konnte ich Kollateralschäden aber vermeiden.
Die schönen in Goldglanz beschichteten Graupner-Plastikkanonen mußte ich aus Korrosionsschutzgründen brünieren bzw. schwärzen. Die Lafetten wurden farblich behandelt. Eine weitergehende Detaillierung mit Festzurrseilen usw. erübrigt sich, da man diese Bereiche nur durch die kleinen Stückpforten einsehen kann. Die weiteren Aufbauten folgten gemäß Plan. Ich habe nur hier und da zur Vergrößerung der Klebeflächen zusätzliche Klötzchen eingeklebt. Daß das Ergebnis nun die Anmutung einer Bauhütte hat, ist verschmerzbar, denn natürlich werden auch die Aufbauten und Decks noch beplankt.
Viele Grüße Gunnar
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Zunächst habe ich den unteren Teil des Heckspiegels beklebt. Nachfolgend kamen die unteren Barkhölzer an die Reihe. Das „Biegeholz“ in der Stückliste hatte ich beim ersten Mal geflissentlich überlesen. Um mich dann zu wundern, daß die beiden Hölzer in der mit Wasser (!) gefüllten Weinflasche beim Vorwässern schon von selber in die fast korrekte Form zusammensackten und sich dann auch wie Knetgummi von Hand weiterbiegen ließen. Dadurch auf das „Biegeholz“ aufmerksam geworden, dachte ich erst, daß das doch das perfekte Bastelholz für Biege-Analphabeten wie mich sein würde und warum man das nicht öfters einsetzt. Dann kamen mir Zweifel, mit welcher Teufelschemie das Holz in den 60igern/70igern dafür wohl behandelt worden sei, sicherlich etwas, wonach die PVC-Industrie mit ihren sich verflüchtigenden Weichmachern schon lange gesucht hatte und was mich nun innerhalb von Tagen dahinraffen würde. Frau Google hat es mir dann aber erklärt, spezielle Behandlungsmethoden machen das Holz geschmeidig, üblicher Weise aber für z.B. Treppenläufe im Einsatz.
Dergestalt beruhigt las ich mir dann noch interessiert „Tarjacks“ Ausführungen zu der Ausrichtung der vier Barkholz-Querschnitts-Profillinien (z.B. die Oberseite immer waagrecht) durch. Ich werde sie bei diesen Modell ignorieren, weil wenn schon mein zweites Modell perfekt werden würde, welche Motivation hätte ich für weitere? Mit dieser Argumentation werde ich (hoffentlich) noch ewig Modelle bauen…
Gleiches gilt für die Positionierung des Barkholzes. Auch da gibt es hervorragende Beispiele, wie anhand von aufwendig erstellten Negativ-Querschnittsprofilen die Hölzer perfekt platziert werden können. Ich habe mich hier für die von Herrn Müller-Lüdenscheid (es gibt vehemente Vertreter der Theorie, welches dieses Verfahren Dr. Klöbner zuordnen) entwickelte Methode entschieden, ein Maskierband als Schablone aufzukleben. Das läßt sich nach Planvergleich fast beliebig oft auskorrigieren, bis die Lage augenscheinlich paßt. Danach kann man dann das Holz, dem Band folgend, ankleben. Das klappte auch ganz gut, nur im bekannt kniffligen Bugbereich mußte ich etwas länger kämpfen. Daß sich nach dem Abziehen des Bandes noch einige Reste verzweifelt am Rumpf festgekrallt haben, habe ich tatsächlich erst auf den Fotos entdeckt. Die kommen noch weg…
Viele Grüße Gunnar
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Herzlichen Dank an die vielen "Gefällt mir"s! Ich muß etwas korrigieren (ich kann es nicht mehr im Beitrag selbst tun, das läßt das Portal nicht zu): die o.g. Ausführungen zu der Ausrichtung der vier Barkholz-Querschnitts-Profillinien stammen von "Model Mariner". Ich bitte um Entschuldigung für diesen Fehleintrag!
Viele Grüße Gunnar
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Lebenszeichen! Liebe Forumsmitglieder, all jene, die gehofft haben, ich hätte aufgegeben ("ein Stümper weniger") muß ich leider herb enttäuschen: mitnichten! Zunächst wurde der Fortschritt meines Mayflower-Pseudomodells ein weiteres Opfer des Klimawandels. Seit meinem letzten Beitrag gab es einfach zu viele Tage mit schönem Wetter. Wobei, bestimmte Arbeiten lassen sich auch nach draußen verlegen. Aber, die Hartkern-Segelholzschiffmodellbauer, also all jene, die die Nußbäume für die Holzplanken selbst säen und aufziehen, müssen nun ganz stark und tapfer sein: es gab in meiner wenigen Freizeit noch ein paar andere Hobbies (jaaa, die gibt es), denen gefrönt sein wollte. Und schließlich hatte ich die Zweitbeplankung mit 3x0,5 mm-Leisten (s. weiter oben) grob fahrlässig unterschätzt. Ich dachte, diese Leisten schmiegen sich quasi von selbst an den Bootsrumpf. Taten sie nicht. Überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich fand es zeitenweise schwieriger als mit den 4x1 mm-Leisten der Erstbeplankung. Ganz abgesehen davon, daß in grober erster, mathematischer Näherung 3 statt 4 mm ca. 25% mehr an Zeit beanspruchen. Nun, der Teil unter den unteren Barkhölzern ist beklebt. Momentan geht es darüber weiter, ich nähere mich den Schanzkleidern. Sobald ich einen Stand erreicht habe, der über einen Totalschäm-Status hinausgeht, gibt es hier auch wieder Bilder! Demnächst in diesem Theater!
Viele Grüße Gunnar
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Der Pfuscher ist zurück! Noch unbarmherziger! Noch grausamer! Noch gnadenloser! Oder: Die Beplankung – Teil 6
Was bislang geschah: ich als Anfängerpfuscher meinte, die „Mayflower“ von Graupner sei ein guter weiterer Start in dieses Hobby. Und hatte dabei übersehen, daß es sich bei den Graupners um ganz große Scherzkekse gehandelt haben muß, für die es bei der Witzigkeit keine Grenzen gab. Das mit dem „Schnellbaukasten“ hatte ich ja schon abgehandelt (s. ganz weit oben). Weiteres Beispiel gefällig? Zitat: „Plan und Baukasten wurden besonders gut ausgearbeitet, so daß auch der handwerklich und technisch wenig Geübte kaum Schwierigkeiten beim Bau des Modells haben wird.“ Für die Ruderbeschläge zur Befestigung des Ruderblatts soll Messingblech mit 0,2mm Stärke verwendet werden. Das findet sich im Baukasten nirgends, auch nicht im Beschlagsatz. Offenbar gingen die Graupners davon aus, daß der gut sortierte Standardhaushalt solches in der Schublade liegen hat. Ich hatte es glücklicher Weise in meiner Bastel-Grabbelkiste. Nach diversen Irrläufen (s. oben) ging es zuletzt an die zweite Beplankung.
„Zuletzt“ - nej, nej, nej! Ihr seid mich immer noch nicht los! Aufgeben gilt nicht! Nur meine Prioritätensetzung war natürlich aus Forumssicht die völlig falsche. Aber nun ging wieder etwas voran.
„Unten herum“ ist der Kahn nun erst einmal fertig und müßte eigentlich nicht mehr auf den Kopf gedreht werden. Die Beplankung ist bestimmt historisch immer noch so falsch, so wie mir dies wurscht ist. Sie ist aber aus meiner Sicht wesentlich besser als die Grauwal-Version (s. auch deutlich weiter oben). Mit dem Fugenbild bin ich auch zufrieden, da sind die Makroaufnahmen ungnädiger als das bloße Auge. Die Ruderbeschläge hätte ich noch etwas feiner arbeiten können, aber das paßt, neben der Bewetterung / Alterung recht schön zur rustikalen Anmutung des Modells. Eigentlich wollte ich auch die Stückpforten steuer- wie backbords schon montieren, doch deren Luken brechen schon beim scharfen Hinsehen ab. Deshalb kommen die erst später an den Rumpf. Die Beplankung der inneren Bordwände, Decks und Hüttenwände fehlt noch. Lediglich der Bereich um das Bugspriet (Bordwand, Deck und Backvorderwand) ist schon fertig. Um die gewaltigen Zugkräfte der Wanten aufnehmen zu können, habe ich zum Einkleben der Rüst-Bretter die Bordwände geschlitzt.
Viele Grüße Gunnar
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Hübsches Debüt. Du solltest die Leinen am Steuerruder länger lassen. Diese Leinen sollen das Ruder auffangen, wenn es durch Seegang aus den Scharnieren gehoben wird. Sie heißen Rudersorgleinen. Diese Funktion könnten sie bei Dir zwar erfüllen, das Ruder seine aber nicht mehr, es kann nicht mehr gedreht werden.
bis denne Willi
Es ist nicht alles falsch, was man nicht versteht.
Hallo Willi, herzlichen Dank für Deine Rückmeldung! Ich dachte mir schon, daß sie vielleicht etwas zu stramm sitzen könnten. Mir war die Funktion nicht ganz klar. Ich dachte, sie sollen den Ruderausschlag begrenzen. Etwas Bewegung ist noch drin, aber ich werde sie verlängern.
Viele Grüße Gunnar
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Zitat von LG2022 im Beitrag #40[b]Der Pfuscher ist zurück! Noch unbarmherziger! Noch grausamer! Noch gnadenloser! Oder: Die Beplankung – Teil 6
„Unten herum“ ist der Kahn nun erst einmal fertig und müßte eigentlich nicht mehr auf den Kopf gedreht werden. Die Beplankung ist bestimmt historisch immer noch so falsch, so wie mir dies wurscht ist. ......
Wenn es dir wurscht ist, dann sei es so, ich möchte dich trotzdem auf einige Punkte hinweisen, die nichts mit historischen, aber mit bautechnischen Mängeln zu tun haben und auch jemandem, dem schiffshistorischen Kenntnisse fehlen, ins Auge springen. Die könnten auch mit vertretbarem Aufwand behoben werden, aber wenn dir der Aufwand dafür zu hoch ist, dann lass' die Beplankung eben wie sie ist, aber vielleicht hilft dir das nachstehende beim nächsten Modell.
Bevor ich mit den negativen Beipielen anfange, zuerst einmal die positive Kritik um dich für den Weiterbau zu motivieren und nicht zu demotivieren:
Wenn ich die Bilder des am Kopf stehenden Modells betrachte, muß ich dir Lob aussprechen. Die Beplankung vom Kiel bis zum untersten Bergholz ist dir ganz gut gelungen, besonders im schwierigen Bugbereich.
Nicht so gut sieht es im oberen Bereich aus.
Nachstehend ein Bild, in dem ich die Seitenansicht des Rumpfes aus dem Plan den Fotos der Seitenansicht deines Modells gegenüber gestellt habe:
Im Plan und den Fotos habe ich jeweils die Oberkante der Schamfielleiste (das ist die dicke Planke, die entlang der Oberkante Bordwand in Schiffsmitte verläuft und sich in einem Bogen nach vorn und hinten fortsetzt) rot und die Oberkante des oberen Bergholzes blau (bei den Fotos blau und grün) gekennzeichnet. Betrachten wir zunächst den Plan als "Soll". Die beiden Berghölzer und die darüber liegende Schamfiellleiste verlaufen je in einer durchgehenden harmonischen Kurve ohne Knick oder abrupte Änderung der Krümmung über die gesamte Rumpflänge. Die Form der Kurven ist nahezu gleich. Der Abstand Oberkante oberes Bergholz und Unterkante Schamfielleiste ist (zumindest annähernd) über die Schiffslänge gleich. Es ist klar, dass die beiden Fotos aufgrund des Aufnahmewinkels und der Perspektive keine exakte Seitenansicht wie ein Plan sind, aber es ist deutlich zu sehen, dass beim Modell in Schiffsmitte die Oberkante der Bordwand (bzw.Schamfielleite) fast geradlinig ist, statt der Kurvenform des oberen Bergholzes zu folgen. Das obere Bergholz der Steuerbordseite verläuft von hinten bis über die hinterste Geschützpforte (darunter) annähernd geradlinig, macht dann eine zu stärke Krümmung bis zur nächsten Geschützpforte, die dann ab der vordersten Pforte einen Richtungwechsel nach unten macht und fast gerade weiter verläuft (grün im Bild). Wenn du den Abstand von den beiden vordesten Geschützpforte zu den Berghölzern mit dem Plan vergleichst, siehst du, dass in diesem Bereich die Berghölzer zu hoch liegen. Der tiefste Punkt musste ca. zwischen der 2. und 3. Pforte liegen und dort müsste eine gleichmässige Krümmung nach oben und vorne beginnen.
Was am meisten auffällt, ist die fast geradlinige Oberkante der Bordwand im Vergleich zu der unregelmäßigen Krümmung des Bergholzes darunter. Da würde ich versuchen, die in eine annähernd mit dem korrigierten Bergholz zusammen passende leichte Kurve zu bringen.
Wenn du es nicht machst, sparst du natürlich Arbeit und Zeit, aber vielleicht würdest du es später doch bedauern.
Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Freude beim Weiterbauen, egal wie du weiter machst.
Lieber Klaus, herzlichen Dank für Deine ausführlichen Betrachtungen inkl. der sehr anschaulichen Bebilderungen! Das ist für mich sehr hilfreich! Das die Berghölzer nicht optimal verlaufen, fiel mir auch schon auf. Ich war einfach froh, sie so an der Bordwand zu haben, wie sie jetzt kleben. Das kann und will ich jetzt nicht mehr beheben, jedenfalls nicht mit vernünftigen Aufwand (es warten ja noch einige weitere Bausätze darauf, angegangen zu werden). Die Krümmung der Schamfielleiste kann und will ich aber noch korrigieren, da muß ich nur etwas feilen. Ich hatte mich hier einfach an der Sperrholzwand des Bausatzes orientiert. Einen guten und gesunden Übergang ins Neue Jahr!
Viele Grüße Gunnar
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