zu # 2954: Sehr professionell die Stenge aufgezogen! "... die beiden Blöcke, die am Geländer der Mars hängen..." findet man in der Fachliteratur als 'Stengewindereep' (z.B. Schrage S. 85, Tau No. 24 und Abb. 239). Ich habe zu Anfang lange danach gesucht, bis ich in Schrage gefunden habe, was das Stengewindereep bedeutet und welche Funktion es hat.
Danke Winfried, und wie das funktioniert kann man hier schön sehen:
Götheburg Fahrt nach China:
19.07.2006 Sailing Up The Pearl River https://www.youtube.com/watch?v=P2ycMvClK7c 1:30 - vollbesetztes Spill 2:00 - Entfernen des Schlossholzes und Abfieren der Topstenge 3.50 - mit eingefahrenen Stengen 6:00 - und wieder hoch die Stengen :-)
Angefangen hatte die Fässreorgie ja mit der Zeichnung einer neuen Launch aus dem RMG von 1804 welche 14 Leaguer stauen kann. Mittlerweile sind die nächsten Muster der Fässer auch fertigt. Durch Differenzierung der verschiedenen Reifen ergibt sich eine wohltuende Umschmeichelung des optischen Eindrucks auf das Auge des Betrachters ;-)
Die ausgesuchten Größen sind in absteigender Größe Leaguer, Puncheon und Hogshead, da diese in den Stauungen der Last immer erwähnt werden, dazu noch das Kilderkin als quasi Grundmaß und das kleine Firkin für Boote und als wahrscheinliche Größe der Pulverfässer.
Meine Launch hat ja andere Abmessungen als die Planzeichnung in Beitrag #2 und so passen die 3 großen Leaguers nicht ganz nebeneinander hinein, aber man kann auch so gut stapeln. Wie viel Freibord da dann noch blieb wage ich dann mal zu bezweifeln, aber vielleicht war da auch nicht ganz so schweres wie Flüssigkeiten drin ...
Das sieht klasse aus, Dafi. Kannst Du mal einen Matrosen zum Steuern der beladenen Launch zufügen. Dieser wird wohl auch beim Schleppen benötigt. Ich kann mir nicht vorstellen wo dieser sich aufhalten kann.
Gruß Christian
in der Werft: Cutter Alert, 1777, HM Sloop Fly, 1776 - 1:36 auf dem Zeichenbrett: Cutter Alert, 1777, HM Sloop Fly, 1776, HM Fireship Comet, 1783, HM Boomb Vessel Aetna, 1777
Pause: HMS Triton, 1771 - 1:48
"Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen." "Habe keine Angst vor der Perfektion - Du wirst sie nie erreichen" Salvador Dali
Und auch mit der luggerbesegelten Variante ging es weiter.
Zuerst kamen die Masten, Maße habe ich der Zusammenfassung von W. E. May entnommen, sie passen aber auch ziemlich mit den französischen Maßen überein. Die Stärke des Luggerriggs ist seine Einfachheit. Den vorgeriggten Mast einsetzen, die Pardunenpaare an beiden Seiten mit dem stehenden Ende einhaken, Taljen in der Mitte einhaken, freies Ende durchsetzen und belegen. Das Fall des Segels wird schon vorher im Mastkopf durchgeschoren und so wird das Segel sofort aufgefiert, die Hals, Schot und Gording festgemacht und los geht´s.
In meiner Krabbelkiste fand ich charmanterweise ein Probestück von meiner Sandwich-Segel-Tests aus dem Jahr 2017 - ja ich hebe solches Zeug tatsächlich so lange auf - und die von mir benötigten Größen passen da ganz gut rauf, sogar unter Auslassung der unschönen Stellen.
Die Winkel habe ich aus Steels Zeichnungen genommen, den Radius unten - einer der Unterschiede zu den französischen Segeln - musste ich mit Stift und Faden anzeichnen, da der Rasius doch größer als meine Schablonen ist.
Die gestauten Segel habe ich ca. 25 % gekürzt, also unterhalb des unteren Reffbands, die ich mir hierfür auch geschenkt hatte.
Zur Not spanne ich ein Segel auch mal in den Schraubstock ;-)
Und dann wurde gefaltet und gewurstet.
Und dann die Anpassung an den Stauraum.
Zusammen mit den Masten am Platz sieht das Schon ganz lustig und voll aus. Auch zwei Fässchen haben sich noch eingefunden. Wie bei der Brigitte auf der Kinderseite: Wir haben eine kleine Maus versteckt, wer findet sie?
Es tut einfach mal gut, die vor nunmehr 8 Jahren entwickelten Segel auch mal selbst im Modell einzusetzen, das Potential haben @Schmidt und @Frank ja schon beeindruckend bewiesen. Danke euch dafür.
Und die nächsten Schnapsideen für meine Bootesammlung bin ich auch schon am austesten ...
Vor längerer Zeit hatte ich ja schon mal die steile These aufgestellt, ob wir die Geschütze fachgerecht darstellen ;-)
Im echten Leben gab es eigentlich nur folgende Zustände: - Gestaut, verzurrt, ausgerannt mit Abdeckung über Zündloch bzw. Zündschloss und mit Tompion - kurz vor dem Schuss ohne Abdeckung über Zündloch bzw. -schloss und ohne Tompion
Die von uns meist verwendete Variante mit offen liegender Zündpfanne und ohne Tompion kam meiner Einschätuzung nach ich eigentlich nie vor, selbst im Lager sollten diese empfindliche Teile geschützt gewesen sein. Auch dadurch, dass die Geschütze die meiste Zeit geladen waren, ist ein Tompion für mich sowieso unumgänglich, um das Pulver trocken zu halten.
In der Vergangenheit waren die Geschütze meist Rotationskörper und erst in größeren Maßstäben wurden Details wie Zündpfannen und Wappen nachgerüstet. Das war Einzelanfertigung oder komplexer Guß. Die Ausrede gibt es jetzt nicht mehr. Deshalb habe ich endlich mal die neuen Geschütze meiner Vic fertig gemacht. Einfach mal als Diskussionspunkt.
Dreiklang mit Pfanne, Schloss und Abdeckung.
Und hier der Fünfklang, 32 Pfünder medium, 24 Pfünder medium , 12 Pfünder lang oberes Batteriedeck, 12 Pfünder medium Back, 12 Pfünder kurz Achterdeck.
Die klassische Darstellung "pur"
Zündschloss. Hierbei ist zu überlegen, auch der Tompion könnte gesetzt sein, falls der Feind noch nicht in Schussweite ist.
Und mit Abdeckung und Tompion.
Die Farbigkeit der Bleiabdeckung habe ich den Artefakten aus Thorsminde angepasst. Auch die Löcher der Befestigung. Daraus ergibt sich auch die hintere Befestigung über den Ring, alle anderen Bindearten würden abrutschen. Die Farben der Tompions - Holz natur, weiß, rot - sind den Artefakten und Gemälden entnommen. Wahrscheinlich waren die holzfarbenen die am Meisten anzutreffenden, da die Tompions ja als 10er-Drehteil am Stück mitgeführt wurden und bei Bedarf einfach losgesägt wurden. Ob dann jedesmal gepönt wurde wage ich zu bezweifeln.
Ich denke, daß die Tompions zumindest mit Leinöl eingelassen waren, da sonst die Gefahr besteht, daß sie durch die Feuchtigkeit aufquellen und nur schwer herauszubkommen sind. Im schlimmsten Fall könnte der Tompion sogar das Rohr sprengen - wurden die Tompions längs oder quer zur Faser gedrechselt?
Zitat von luidolftec im Beitrag #3091zu # 2954: Sehr professionell die Stenge aufgezogen! "... die beiden Blöcke, die am Geländer der Mars hängen..." findet man in der Fachliteratur als 'Stengewindereep' (z.B. Schrage S. 85, Tau No. 24 und Abb. 239). Ich habe zu Anfang lange danach gesucht, bis ich in Schrage gefunden habe, was das Stengewindereep bedeutet und welche Funktion es hat.
Ich muss mich korrigieren - ich habe da etwas verwechselt: Die "Blöcke ... am Geländer des Mars" befinden sich tatsächlich an der Achterkante des Mars und sind Leitblöcke für die Vorbram-Brassen - womit sich diese auch nur am Fockmars befinden. Unter dem Mars, sowohl Fock- als auch Groß-, sind weitere Leitblöcke für diverse Gordinge angebracht. Siehe Schrage S. 112 Abb. 319 und 321. Das beides war das, was ich meinte, wonach ich sehr lange recherchiert habe mit dem Zweck, herauszubekommen, wozu diese Blöcke überhaupt da sind und ob ich sie einbauen muss. Was ich mit dem Stengewindereep meinte, sind Augbolzen an den Unterseiten der Eselshaupte, durch die Taue beim Auf- und Niederholen der Stengen gezogen wurden - was man in dem YouTube-Video 'Sailing Up The Pearl River' sehr eindrucksvoll sehen kann. Man sieht dort auch anschaulich, wie schweißtreibend und offensichtlich nicht ungefährlich die Seemannsarbeiten an Bord waren.
Bis hierher hat den Fehler wohl niemand (von den richtigen Fachleuten) bemerkt.
Nicht ganz falsch, da deine Aussage auf die beiden Blöcke des Stengewindreeps gepasst haben, die da abgeschlagen an der Reling auf neue Einsätze warten :-)
Zeit mal wieder an der großen Launch weiterzumachen.
Die Masten wurden überarbeitet, die Details von Steel übernommen.
Ich beobachte immer wieder, dass dünne Druckteile wie Ruder und Masten sich nach dem Bemalen verziehen. Siehe obere Bildhälfte.
Nach einem kurzen Bad in heißem Wsser sind sie wieder gerade, siehe untere Hälfte :-)
Das Rigg der Launch habe ich noch vereinfacht und verschiedene Quellen zusammengefügt. Die Augbolzen wurden wie bei den Booten der Hermione nicht mehr oben auf dem Dollbord befestigt sondern darunter auf den Spanten. Sieht viel aufgeräumter aus. Hier das erste Dummi-Rigg mit den neu positionierten Belegpunkten.
Fertig geriggt sieht das dann so aus. Eigentlich wollte ich ohne Stag arbeiten, aber durch die störrischen Takel ist das kaum ohne Krümmung möglich. Das Großstag sollte dann natürlich zum Fuß des Fockmasts gehen.
Hier die Belegpunkte im Detail. Das laufende Ende ist um eine Klampe gelegt, aber noch nicht aufgeschossen.
Und auch die Segel harren schon der Weiterverarbeitung :-)