Mich haut´s vom Stuhl! Was für ein geiler Adler !!! Und die kurzen Langwaffen aus Furnace Hope sehen dolle kurz aus! Wäre für eine frühe Constitution die richtige Wahl.
Der einzelne Herr ist ganz aus dem Häuschen!!!
@Windgesicht für die kleinen Drehbrassen hatte Tyrone Martin vor Jahren noch Nachweise gefunden. Scheinen wirklich im Fighting Top bei den Gefechten 1812-15 genutzt worden zu sein.
Deine Drucke verdienen den direkten Vergleich mit dem Original:
Zitat von dafi im Beitrag #164 Hier ein Standoff mit den Rohren, die Marquardt in seinem AOTS darstellt.
Entgegen der eleganten englischen Linienführung eher etwas unbeholfenere Erscheinung. Die Leistung scheinbar auch.
...
Lustiger war das Wappen.
Die beiden Verstärkungsringe hatte ich schon minimal überbetont, damit sie optisch passen. Die Feinheiten des Adlers mit dem Spruchband sind in dieser Kleine dann aber eine andere Herausforderung.
Das rechte Rohr hat den Adler wie er im Original dargestellt ist. Vor allem das Spruchband hebt sich ohne Macro optisch nicht mehr vom Adlerkopf ab, vor allem, wenn man ein Drybrusch anwendet. Auch die Schenkel und anderen Details verschwinden. Bei der linken Fassung wurde das Spruchband optisch getrennt und die ganzen Anbauteile wie Kopf, Schwanz, Flügel, Schenkel und Attribute sorgfältig auf verschiedene Höhen verteilt, damit diese am gedruckten Teil noch wahrnehmbar sind. Was in diesem Maßstab nicht mehr ging waren die Streifen auf dem Wappenschild, wir warten auf die nächsten Druckergenerationen ;-)
Die Rohre sind wirklich super geworden. Hier mal zum Vergleich zwei der Originale, die man in Savannah bewundern kann:
Tyrone Martin fasste die Info´s zu diesen Kanonen so zusammen:
ZitatThe Model 1794 24-pounder long gun. Constitutions were cast by Furnace Hope, in Rhode Island. Each was only eight feet long and, being of very heavy construction, weighed 45 hundredweight (4950 pounds). Found unsuitable for use in the frigates because of their short length, these weapons saw new employment as weapons in the Jeffersonian gunboats, especially after 1807. Two examples of this gun are to be found framing the entrance to the Savannah (GA ) School of Art and Design; another is in Georgetown, SC.
Old Ironsides (da noch ohne ihren Spitznamen) erhielt dann 1807 die längeren 24-Pfünder Long Guns von Cecil Iron Work - die sie dann bis in den Krieg 1812-15 und ihre berühmten Gefechte behielt.
Aber vor allem auch Dein Adler verdient den Vergleich mit dem 1794er Original :
Genial getroffen!
Dass die 13 Streifen im Wappen nicht so gut zu sehen sind, macht gar nichts! Im Original sind sie ja auch nicht so gravierend (nettes Wortspiel) zu erkennen ... und in DEM Maßstab!? Links der Ölzweig mit 13 Oliven, rechts die 13 Pfeile (13 für die Anzahl der Gründerstaaten) .. Ölzweig für "Frieden", Pfeile als Symbol für "Wehrhaftigkeit" - aber den Blick des Adlers nach links - zum Frieden gerichtet.
Deine Verbesserung am Linken der beiden Rohre ist wirklich toll - und dass Du nicht schon mit dem Rechten zufrieden aufgehört hattest, spiegelt Deinen ganzen Arbeitsethos wieder. "Best or nothing!"
Der Wappenvogel der jungen Amerikanischen Nation machte ja auch noch eine Evolution durch und war zunächst alles andere als "Eindrucksvoll". Er glich ja irgendwie eher einem Hühnervogel. Benjamin Franklin - immerhin einer der Gründerväter - hätte ja auch lieber den Truthahn als Wappenvogel gehabt.
Die unbeholfenen Anfänge des stolzen Adler-Designs hatte ich ja HIER und im ff. mal angerissen - und das folgende präsidiale Siegel George Washingtons von 1790 war wohl Vorbild für das Wappen der Kanonen aus dem Jahr 1794:
Die Geschütze bekamen noch ordentlich auf der Seite angebrachte Zündschlösser, das trage ich demnächst nach, muss erst Bilder machen.
Aber die Hauptaufgabe habe ich endlich geschafft. Die Rüsten und die Finknetzhalter. Zuerst die letzteren.
So ähnlich stellt sich Revell das vor.
Da passen nicht mal Hängematten rein ...
... deshalb mal einige Halter von meiner Vic zweckentfremdet.
Immer noch zu klein. Daher hab ich neue Ätzteile für die Halter gezeichnet, und das Schöne ist, man kann diese gleich im Druck ausprobieren – und bei der Montage merken, dass Druck für solche Teile dann doch zu schwachbrüstig ist. Aber ich konnte klären, dass die Teile wirklich die richtige Größe haben.
Und eingebaut sieht es dann so aus. Passend dazu hatte ich jede Menge Hängematten virtuell gerollt, um das Ergebnis auch dabei abschätzen zu können.
Hier sieht man, dass den Matten eine gehörige Portion Unshipshapnes mitgegeben wurde. Dies dient dazu, einen klinischen Druckeindruck zu verhindern. Die Welle, bei denen die Schwerkraft zwischen den Haltern an den Matten zerrt, hatte ich ja schon bei meinen hangerollten Matten eingesetzt und es hat das Ergebnis viel realistischer erscheinen lassen. Aber so pervers es auch klingt, es ist bedeutend einfacher dafür zu sorgen, dass hangerollte Matten schön einheitlich ausehen, als virtuell erstellten Matten eine gewisse Unruhe beizubringen ;-) Doch urteilt selbst.
Hier fehlt noch das Netz, aber die Druckstützen sind dafür wahrhaft zu fragil.
Auch die Rundung am Bug wurde vermattet ...
... und das Achterdeck sowieso. Hier ein Ablauf von hinten nach vorne.
Die Rüsteisen habe ich aus meiner Victory kanibalisiert. Bis auf das untere Preventerglied waren alle benötigten Längen vorrätig, war halt viel Verschnitt dabei. Aber anhand dieses Versuchsaufbaus konnte ich die Längen überprüfen. Auch die Rüstbretter wurden ersetzt.
Das Christkind war vor Weihnachten sehr gut gelaunt und hat mir die ersten Muster der Rüsten und Finknetze für meine Constitution geliefert *vorfreudehüpf*
Und endlich war auch ein kleiner zeitlicher Slot um das anzubasteln :-)
Also Popkorn und Bier raus, X-Files in den DVD-Player und mit Freude hinan ans Werk!
Aber erst mal war Aufräumen angesagt. Der Bausatz hatte sehr gelitten, wurde halt immer schnell-schnell unter Zeitdruck bebaut, von einer auf die andere Stelle geschubst und war auch sonst ja nicht das geliebte Musterkind. Tut mir ja leid.
Zuerst musste mal der alte Kupfertest runter. Hält bombig das Zeug. Dummerweise war drunter grundiert - mach ich ja normalerweise nicht - und auch viel Aceton konnte nicht verhindern, dass die Farbe stellenweise mit abging. Konnte ich aber unauffällig egalisieren. Aber es läuft schon mal unter Rückbau, das passt in dafis Gesamtkunstwerk ;-)
Dann flogen die selbstgedruckte Finknetzhalterdummys in hohem Bogen durch den Arbeitsraum und die am Rumpf mitangespritzen unteren Glieder der Rüsteisen wurden mit dem Skalpell abgeschabt und überzählige Löcher mit einem Stopfen geschlossen.
Für die Riesenlücken der Bausatzfinknetzhalter gab es passende Polysterolstopfen, die mit viel UHU-Plast weich gemacht und dann mit der Zange in die Lücke gepresst wurden.
Die Hölzer an der Schiffsseite für die Großhals wurde auch abgeschliffen, mit der Laubsäge aufgesägt, mit einer Rolle versehen und eingekürzt, damit sie unter die neuen Rüstbretter passen.
Auch innen war ganz schön Nachholbedarf. Knie spritzen und einkleben.
Dort wo Schotts sind habe ich die Arme der Einfachheit halber abgetrennt.
Danach gab es wie üblich etwas verdünnte Tusche um Ecken und Schrauenköpfe zu betonen.
Als nächstes war die Innenseite der Schanz dran. Hierfür sind hauchdünne gedruckte Scheibchen vorgesehen, die die charakteristische Nagelung aufweisen. Zuerst den Untergrund einebenen, dabei hilft ein mit Sandpapier beklebtes Klötzchen.
Dann die neuen Scheibchen eingeklebt und angepresst ...
... und in der Breite verschliffen. Damei immer nur auf Zug nach außen, damit nichts splittert.
Mit viel Zuspruch konnte ich auch die alten Nagelbretter davon überzeugen, verwendet zu werden. Tja man bekommt bei dem Bausatz tatsächlich lang anhaltenden Bastelspaß, da wirklich alles zu schleifen und zu entgraten ist ...
... nachdem Du die Spanten im Batteriedeck ergänzt hast und auch die ganzen Knie, fällt es auf, dass am Oberdeck eine Beplankung vorhanden ist, die mit Siemens-Lufthaken befestigt wurde. Es fehlen hier einfach die Spanten.
Gruß Christian
in der Werft: Cutter Alert, 1777, HM Sloop Fly, 1776 - 1:36 auf dem Zeichenbrett: Cutter Alert, 1777, HM Sloop Fly, 1776, HM Fireship Comet, 1783, HM Boomb Vessel Aetna, 1777
Pause: HMS Triton, 1771 - 1:48
"Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen." "Habe keine Angst vor der Perfektion - Du wirst sie nie erreichen" Salvador Dali
Und jetzt kam der Teil auf den ich mich am meisten gefreut habe: sofort wurde es wieder span(n)end, die alten Testrüsten mussten runter!
Und wie vor Jahrhunderten auch trennte das Feuer die Eisenteile vom Rest und reinigte sie von Klebstoffresten. Ich fauler Sack wollte halt die Nadelkopfbolzen retten, das dauert halt immer bis die fertig sind.
Und da lagen sie nun bereit, neue Rüstbretter und -eisen :-)
Viel Aufwand war es, die Klebestellen der Rüstbretter sauber zu versäubern, da das Modell schon ca. 5 Vorgängerversionen inkl. der Originalrüstbretter eingeklebt bekommen hatte :-O
Als alles sauber war und passte kam die neuem Bretter an den Platz und ein horizotaler Anschlag half beim Ausrichten ...
... und wenn auch nur minimal sichtbar, die druckbedingten Stufungen an der Kante wurden überschliffen ...
... Innenkante und Anschlüsse versäubert ...
... und Farbe aus den Löchern für die Eisen mit einem Laubsägeblatt freigeräumt.
Und dann ging es los, das Raustrennen der Ätzteil-Eisen, aufbiegen der Augen, Einpassen der Juffern, das Längeeinstellen der Glieder und das Verbolzen an der Bordwand. Genauso wie im großen Original.
Was raus kam war dann doch ganz brauchbar, die neuen Teile passen wunderbar. An einigen Stellen hab ich die weißen Stöppel absichtlich stehen lassen, um zu zeigen, dass die bausatzseitigen Löcher manchmal suboptimal platziert waren.
Ist doch ganz hübsch, hier noch ein Ausschnitt als Close Up, einfach weil man es kann ;-)
Dann kamen die Finknetzhalter an die Reihe. Die Befestigungslöcher im Bereich der Gangway hatte ich ja zugestopft, deswegen mussten neue her.
Entweder mit der Resinsäge zwei Schnitte knapp nebeneinander ...
... und dann mit dem Skalpell ausräumen, oder wenn vorhanden mit einem 0,4 mm breiten Laubsägeblatt .
Ich nehme dann immer ein Stück vom Ätzrahmen um das Loch zu prüfen.
Das Einkleben war dann nur noch Formsache. Die beiden Leittaue für die Netze habe ich auch eingefzogen und die vorbereiteten Hängemattendrucke dazu eingesetzt.
Lustig ist dann auch der Bug: Das Runde (Hängematte) muss in das Eckige (Seilverspannung).