Das hat bei mir nicht funktioniert. Über die Gründe könnte ich viel schreiben, ich will aber nicht aus einer Mücke einen Elefanten machen.
Letztlich habe ich aus Stücken MS-Draht 1,5mm einen Zapfen 0,5mm abgedreht und das Stück in Bohrungen von außen eingesetzt und so den Bolzen mit Unterlegscheibe simuliert.
Zufrieden bin ich mit dem Gefrickel nur so lange, wie ich einen normalen Betrachtungsabstand einhalte. Sobald man näher kommt, offenbaren sich meine motorischen Unzulänglichkeiten im Umgang mit sehr kleinen Bauteilen.
bis denne Willi
Es ist nicht alles falsch, was man nicht versteht.
...Du sollest 'mal mit diesen Sebstkasteiungen aufhören ich finde es gut, was nix heißen muss. Aber sich selbst oder seine Arbeit madig zu machen, führt auch zu nichts-
Gruß, Peter
"Von der Parteien Hass und Gunst zerissen wankt sein Charakterbild in der Geschichte ( Schiller; Die Räuber )
habe lange nichts mehr in Deinem Baubericht geschrieben. Fachlich kann ich dazu wenig beitragen.
Aber Deine Beiträge lese ich immer mit großem Interesse – nicht nur wegen der Inhalte, sondern weil du mit Herz und Seele dabei bist. Du bist für mich oft ein verlässlicher Ansprechpartner bei fachlichen Fragen, insbesondere was die Takelage angeht, und ich freue mich jedes Mal, wenn du dich zu meinen Themen äußerst.
Was Du zuletzt gezeigt hast, spiegelt genau das wider: deine Experimentierfreude, dein individueller Stil und die Bereitschaft, auch mal eigene Wege zu gehen. Deine Modelle tragen deine Handschrift mit Charakter und Leben.
Gerade diese Mischung aus technischer Neugier und persönlichem Ausdruck macht deine Arbeit für mich besonders. Und deine Offenheit im Umgang mit eigenen Ansprüchen ist etwas, das ich sehr schätze.
Viele Grüße Johann
"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es" Erich Kästner
Die Backbord- Großrüsten wären schonmal geschafft. Die Bolzen sind kleine Stecknadeln (0,5mm). Die funktionieren ganz gut, aber die Köpfe sind mir noch etwas zu dominant (1,2mm), vor allem bei den kleineren (3mm) Juffern. Mal sehen, ob ich die noch etwas reduzieren kann.
An anderer Stelle wurde mir eine Methode zur Herstellung von Microbolzen vorgeschlagen, aber die mit ihr erzeugten Bolzen haben leider wiederum einen zu kleinen Kopf, da rutschen die Kettenglieder drüber weg.
bis denne Willi
Es ist nicht alles falsch, was man nicht versteht.
Man könnte kleine Messingnägel passend abdrehen. Das geht ganz gut, weil der Herstellungsprozeß der Nägel das Messing etwas härtet. Ich verwende meist die relativ billigen 0,8 mm Nägel.
Man schleift sich dafür am besten eine Art Einstechstahl mit vorne 0,5 mm Schneidenbreite und 0° Spanwinkel an. Die schmale Schneide stellt sicher, daß die Spankräfte nicht zu groß sind und den Nagel beim Drehen verbiegen. Man spannt einen Nagel kurz (nur etwas länger als die benötigte Gesamtlänge) ein, dreht den Kopf auf Maß und dann den Schaft auf den gewünschten Durchmesser und etwas länger als gebraucht. Man kann dann die Nägel brünnieren und beiseitelegen, bis sie gebraucht werden. Den 'Bolzen' kann man dann einfach abbrechen oder abzwicken.
Ich habe so etwas früher, bevor ich eine Drehmaschine hatte, nur mit Feilen gemacht.
Am Einfachsten ist es, die Nadel in den Dremel/Proxxon/oÄ einzuspannen und mit der Feile Durchmesser und Dicke abzunehmen. Geht fix und schnell.
Links original, rechts die verkleinerten. Das ist auch das Verfahren, dass ich meinen Kunden für die bei den gekauften Messingrüsteisen beiliegenden Nadeln vorschlage.
Bildschirmfoto 2025-09-08 um 16.06.07.png - Bild entfernt (keine Rechte)
@dafi Auch Dir lieben Dank Daniel Bei ersten Versuchen habe ich es genau so gemacht und die Ergebnisse sind recht vielversprechend. Ich werde diese Methode insbesondere bei den Rüstketten für den Besanmast anwenden, dessen Juffern ja die kleinsten am Schiff sind.
Bei den bereits installierten Rüstketten habe ich die Köpfe mit der Trennscheibe im Dremel etwas abgeschliffen und angeraut, um sie dann mit einem Tröpfchen schwarzer Farbe optisch etwas in den Hintergrund zu drängen. Damit bin ich dann jetzt auch einigermaßen zufrieden. Bilder dazu dann demnächst...
bis denne Willi
Es ist nicht alles falsch, was man nicht versteht.
Die Großrüsten der Steuerbordseite wurden fertiggestellt. Für die Bolzen der 3mm Juffer wurden die Stecknadelköpfe wie vorgeschlagen abgedreht. Das funktioniert gut. Danke nochmals an Eberhardt @wefalck und Daniel @dafi . Für die übrigen wurde lediglich die Oberfläche etwas abgeschliffen und damit aufgeraut. Ein Tupfer schwarzer Lack und ich bin mit der optischen Anmutung zufrieden.
Dass die längeren Kettenglieder auf der dem Rumpf zugewandten Seite offen sind, liegt daran, dass die Längenanpassung sehr schwierig war und ich es außerdem nicht geschafft habe, sie sauber zu verlöten. Dies müsste ja im Verbund mit den übrigen Kettengliedern passieren und da verfüge ich nicht über einen Lötbrenner, dessen Flamme sich ausreichend genau punktieren lässt. Weichlöten geht bei mir in dieser Kleinheit gar nicht. Aber damit kann ich gut leben, bei normalem Betrachtungsabstand fällt das nicht auf.
bis denne Willi
Es ist nicht alles falsch, was man nicht versteht.
@wefalck Das wäre vielleicht eine Möglichkeit, ist mir aber zu ...wie soll ich sagen... fizzelich und der Effekt wäre praktisch unsichtbar, wie die Lücke normalerweise auch
bis denne Willi
Es ist nicht alles falsch, was man nicht versteht.
An den Fockrüsten habe ich versucht, Eberhardts @wefalck Vorschlag aus #357 umzusetzen und das hat tatsächlich funktioniert und wird wohl auch bei den restlichen Ketten angewendet. Daher hier nochmals vielen Dank Eberhardt.
bis denne Willi
Es ist nicht alles falsch, was man nicht versteht.
Es ging ein kleines Stückchen weiter, so klein, wie die gezeigten Teile. Es werden wohl so um die 60 Augbolzen mit Ring sein, die hergestellt und montiert werden mussten. Auf dem oberen Bild sind oben noch 4 Kauschen zu sehen, die werden aber nicht mehr verwendet, sie sind zu groß geraten.
Da ich sie gerade hier zeige: weiß jemand, welchem Zweck diese Augbolzen dienten? Bei den größeren ist das klar. Der auf dem letzten Bild (ganz links) diente als Ausgangspunkt für die Schoten des Großuntersegels. Die kleineren wurden ja benutzt, um beim Anlegen eines Bootes den Bootshaken hier einhaken zu können, aber ich glaube nicht, dass dies ihr ursprünglicher, bzw. primärer Zweck war.
Viel Arbeit für ein wenig sichtbares Ergebnis- Hobby eben.
bis denne Willi
Es ist nicht alles falsch, was man nicht versteht.