Ist da gerade das Wort „rund“ gefallen? Das hat mich nicht ruhen lassen, und ich habe meinen Thermocut mit sehr einfachen technischen Mitteln dazu ertüchtigt, Kreise auszuschneiden. 4 × 3 cm übereinander ergeben einen veritablen Turm. Die Brüstung hat ebenfalls der Thermocut ausgeschnitten. Gar nicht aufwändig! An die Festungsmauer, die nach hinten in die Tiefe des Dioramas ragt, könnte sich wieder ein Arsenalgebäude anschwiegen. Das gibt womöglich einen schönen Kontrast von Fortifikationsarchitektur und Hafengebäuden. Die Klötze rund um die Vorderseite des Turms stehen erstmal stellvertretend für einen aus dem Wasser ragenden Felsen, auf dem der Turm erbaut ist.
Die nächste Stufe des Projektes: die Lagen des Turmes sind miteinander verklebt und anschließend verschliffen. Styrodur lässt sich ebenso gut schleifen wie Holz; freilich trage ich dabei eine Atemmaske. Das Arsenal Gebäude, das sich an die Festungsmauer schmiegen soll, hat einen Korpus erhalten. Und hier steht das Ganze probehalber an seinem Zielort.
Der nächste Schritt wird sein, herauszufinden, ob sich die Mauerplatten aus Kunstharz an den runden Turm anpassen lassen. Ich vermute, eine Erwärmung mit dem Föhn wird nicht ausreichen. Ich werde sofort versuchen, die Platten in heißem Wasser aufzuweichen. Selbst verständlich unter Vermeidung von Collateralschäden.
Eduard, je suis horrifiée! Du carton gaufré, tu n'es pas sérieux. Cette marque de Cain sur les trains miniatures de notre enfance ! Non, cela ne m'a jamais intéressé. Cela revenait à enfreindre les règles fondamentales de l'esthétique. Geprägte Pappe, das kann nicht dein Ernst sein. Dieses Kainsmal der Modelleisenbahnplatten unserer Kindheit! Nein, das käme für mich nie infrage. Es bedeutete den Verstoß gegen ästhetische Grundregeln. Le Schmidt
Wirklich? Ich habe diese Platten schon seit Jahren nicht mehr in Natura gesehen, fand aber z.B. die Backsteine oder Klinker nicht so schlecht. Die Natursteine müßte man vielleicht noch etwas mit Farbe überarbeiten.
Eine gelungene Hafenpromenade, das Ensemble gefällt mir wirklich außerordentlich gut. Wie ist denn die Wasserfläche hergestellt worden? Viele Grüße Matthias
In der Werft: Heckspiegelmodell TRE KRONER von 1742 dänisches Linienschiff
Von "Slaters Plastikcard" gibt es hervorragende Mauerplatten in allen Größen. z.B. 4mm 1:87 - 1:72, 7mm 1:45 - 1:50. Die lassen sich sehr gut mit einer Schere oder Messer schneiden. Die bekommt man in jedem gut sortierten Modellbahnladen.
Erstmal vielen Dank für die Hinweise auf die Mauerplatten. Aber ohne undankbar sein zu wollen, muss ich sagen, dass die äußere Verkleidung meiner Festungsgebäude (vorerst) noch kein Problem darstellt. Ich habe vor geraumer Zeit schon eine der sehr teuren KUNSTTOFF-Mauerplatten der Firma NOCH abgeformt, um sie als „Laminat“ für entsprechende Gebäude zu benutzen:
Diese NOCH-Platte ist nicht geprägt, sondern gegossen, und weist eine sehr stark dreidimensionale Struktur auf. Sie lässt sich im Gegensatz zu den Mauerplatten aus Pappe auf vielfältige Art und Weise bemalen, altern, sägen, ausfräsen etc. Ich kann sie, woran mir sehr liegt, farblich an ihre Umgebung angleichen, und das in vielen Durchgängen, weil die „rustikale“ Struktur in der Lage ist, eine Menge Farbe aufzunehmen. Man kann die Struktur auch „abmildern“, in dem man die Steine mit einer „Putzschicht“ versieht. Siehe hier:
Das einzige Problem, das ich vor mir sehe, besteht darin, die Platten an die Rundung des Turms anzupassen. Normalerweise bewerkstellige ich das bei Gussteilen mit dem Föhn. Hier werde ich allerdings wegen der großen Materialmasse gleich zu stärkeren Maßnahmen greifen, indem ich eine Platte in einer Pfanne mit heißem Wasser erhitze. Im Moment fehlt mir dazu die Zeit, nächste Woche komme ich hoffentlich dazu.
Im Folgenden zunächst einmal drei eher selbsterklärende Bilder vom „Laminierungsprozess". Sehr unproblematisch, einmal abgesehen davon, dass man die Mauerplatten natürlich mit einer Spaghetti-Zange aus dem kochenden Wasser holen und anschließend seine Finger schützen muss, wenn die Mauerplatte an den Korpus des Turms gedrückt wird. Ich verklebe die Platten wieder mit Ponal Express. Der Vorteil ist: Das geht, wie der Name schon sagt ziemlich schnell, wenngleich der Leim zwischen Hartschaum und Gussteil lange nicht so schnell abbindet wie zum Beispiel bei der Verbindung von (poröseren) Holzteilen. Die Verbindung ist so belastbar, wie man sie für Gebäude auf einem Diorama braucht, aber im Fall des Falles lassen sich die Platten vom Hartschaum wieder absprengen, da die beiden Komponenten keine „innige“ Verbindung eingehen. Die jetzt verarbeiteten Mauerplatten haben diesen Prozess alle schon hinter sich, und auf diese Art und Weise habe ich für etwa 40-50 € Gießharz gespart.
Die Verbindungsstellen der Platten bleiben sichtbar, aber wegen ihrer zerklüfteten Struktur dürfte es nicht schwierig sein, mit ein bisschen Spachtelmasse und den entsprechenden Zahnarztwerkzeugen die Übergänge unkenntlich zu machen.
Weiter geht`s: Hier entstehen die „Träger“ für den „Kopf“ des Turmes. Früher wäre das für mich ein klassischer Fall für ein Gussteil gewesen: einmal gebaut, zwanzigmal abgeformt. Aber auch hier zeigt der Hartschaum seine Vorteile. Ich habe Würfel in drei Größen produziert, was mit dem Thermocut überhaupt kein Problem ist und rasend schnell geht. Die kleinen Würfel ließen sich ziemlich gut an die grobe Struktur des Turmes anpassen, nämlich durch schlichtes Drücken. Für einen Gussteil hätte ich Kerben in den Turm schneiden müssen. Ich habe die Würfel mit Holzleim angeklebt und nach dessen Abbfinen zusätzlich mit einer Mischung aus Holzleim, Wasser und Acrylfarbe grundiert.
Hier steht der Turm mit der Wehranlage und den angebauten Arsenalgebäuden an seinem Platz im Diorama und gleich darauf wieder in der Werkstatt.
Meine erste Idee war, dem Turm einen felsigen Untergrund zu bauen und dabei den schon gebauten Pflasterweg zu bewahren, als schmalen Pfad durch die Felsen. Hier eine Stellprobe mit Hartschaumwürfeln.
Das hat mir aber nicht gefallen. Außerdem hätte es bedeutet, Felsen „ins“ Wasser hinein zu bauen und damit die Wasserfläche, die für die Schiffe gebraucht wird, zu verkleinern. Ich habe dann schweren Herzens die Uferbefestigungen und die Pflasterwege rund um den Turm zum großen Teil wieder weggenommen. Das praktische Werkzeug dafür stammt ebenfalls von der Firma Proxxon und ist ein mobiles Schneidegerät für Hartschaum, dessen Heizdraht man nach Belieben formen kann. Dadurch ist es mir erspart geblieben, wieder einmal mit dem Teppichbodenmesser zu agieren, was ja letztens sehr schlecht für meine Finger ausgegangen ist. Außerdem kann man mit diesem Gerät gewissermaßen um die Ecke schneiden bzw. unregelmäßige Schichten abnehmen.
Anschließend habe ich begonnen, mit Hartschaumwürfeln verschiedener Größe ein felsiges Fundament rund um den Turm zu bauen, das einigermaßen steil ins Wasser hinabragen soll. Anfangs hatte ich geplant, auf diese Art und Weise eine Struktur anzulegen, die später mit Spachtelmasse in Richtung Fels verändert werden soll. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher, ob ich nicht diese Blockstruktur, natürlich etwas unregelmäßiger gestaltet, für die Endfassung übernehmen soll. Der Hartschaum hat den Vorteil, dass seine Oberfläche immer wieder bearbeitet werden kann, zum Beispiel durch bloßes Zurechtdrücken mit den Fingern, durch Schnitte und Kerben und durch das Einbringen einer ungleichmäßigen Oberfläche durchs Drüberrollen mit Kugeln aus Alufolie. Jetzt trocknet erst mal der Kleber auf der ersten Lage, dann werde ich weitersehen.
Es mag durchaus den Anschein haben, als hätte sich im Hafen von Toulon seit einem Monat nichts mehr getan. Das ist aber nicht der Fall, wenngleich mir tatsächlich eine Auftragsarbeit in die Quere gekommen ist, von der ich später einmal ausführlich berichten werde. Zur Erinnerung: Es galt, ein zweites Kai, das in Richtung Betrachter führt und von einem der ungeliebten Regalpfosten abgeschlossen wird, zu „bebauen“.
Nach zwei Entwürfen von mehr oder minder rechtwinkligen Befestigungsbauten hatte ich mich für einen runden Turm entschlossen, bei dessen Herstellung mir einige Zusatzwerkzeuge zum Thermocut sehr gute Dienste geleistet haben. Hier das Unterteil des Turmes, „laminiert“ mit Abgüssen einer Platte mit grobem Mauerwerk von der Firma Noch:
Die Farbgebung ist denkbar einfach. Ich grundiere mit einer Acrylfarbe in Sand, die sich extrem gut verstreichen lässt, ausgezeichnet deckt und sehr schnell trocknet. Anschließend erfolgt ein Washing mit stark verdünnter und mit etwas Spülmittel versetzter Gouasche in Umbra Natur. Feinheiten wie leichter Bewuchs, Highlights etc. folgen später.
Das Hauptgebäude der Befestigungsanlage ist zunächst einmal ein ziemlich simpler Klotz, der nach derselben Methode angefertigt ist. Der obere Laufgang ist mit demselben „Pflaster“ belegt, das ich auch für die Straßen vor den Häusern im Hafen verwendet habe. Es besteht aus dünnen Styrodur-Platten, die mit einer Gravurrolle bearbeitet sind.
Ein Blick ins Innere zeigt den schlichten, aber ausgesprochen stabilen Korpus, der nur wenige Gramm wiegt.
Zur Seite der Hafenhäuser hin bekommt die Befestigungsanlage einen Vorbau, der aus denselben Formen erstellt wurde wie das zweite, weiter rechts im Diorama aufgestellte Arsenal mit dem einzelnen, integrierten Wehrturm.
Zur Farbgebung: Grundierung mit Acrylfarbe Sand, dann gestrichen mit den Original provenzalischen Ockerpigmenten auf Acrylbasis, schließlich ein Washing mit Gouasche Vandyckbraun.
Ich hatte die Wehranlage eben schlicht genannt. Man könnte sie auch langweilig nennen. Also wollte ich den Wehrgang mit einem hölzernen Dach versehen. Dazu habe ich aus einem Urmodell eine Form und neun Abgüsse hergestellt, die in gleichmäßigem Abstand platziert sind. Ihre Befestigung war besonders einfach, nämlich in Löchern, die ich in das Styrodur gebohrt hatte. Darin sitzen sie sehr fest, lassen sich aber bis zur Fixierung mit etwas Sekundenkleber noch justieren, um eine möglichst gerade Konstruktion zu gewähren. Dabei half auch ein oben in die Kerbe der Gussteile eingelegtes Rohr, das später wieder verschwinden wird.
So, das war`s. Damit bin ich beim Stand der Dinge. Ich wünsche allen frohe und stressfreie Feiertage und ein gutes und gehütetes 2026. Schmidt